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Kurz rezensiert
Alexander Weinlein
Angelesen

Orient und Okzident, Morgenland und Abendland, Islam und Christentum, Arabien und Europa: Diese Begriffspaare deuten auf Konfrontation und Trennung hin. Der Orientalist Alfred Schlicht hingegen will die gemeinsame Geschichte von Europäern und Arabern erzählen - von der Antike bis zum Barcelona-Prozess der Europäischen Union mit den arabischen Ländern.

Natürlich war diese Geschichte seit der Expansion des Islams und seines Ausgreifens nach Spanien und Süditalien im 8. Jahrhundert immer wieder von kriegerischen Konfrontationen im gesamten Mittelmeerraum geprägt: Reconquista und Kreuzzüge, Imperialismus und Kolonialismus lauten die bekannten Schlagworte. Aber die Beziehungen zwischen Arabern und Europäern werden eben auch von friedlichem Kulturaustausch und Handel bestimmt.

Der Ansatz des Buches mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass Schlicht seit 1986 im Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik tätig ist. Diplomaten denken gerne in internationalen Kategorien. Das Ergebnis kann sich in jedem Fall sehen lassen. Der Autor bietet eine wissenschaftlich fundierte und sachliche Lektüre, die auch Laien empfohlen werden kann.

Alfred Schlicht:

Die Araber und Europa. 2000 gemeinsamer Geschichte.

W. Kohlhammer, Stuttgart 2008; 226 S., 26 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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