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Kurz rezensiert
Helmut Lölhöffel
Angelesen

Geht es um Italien? China? Paraguay? Nein, es geht um die brave Bundesrepublik Deutschland, besser gesagt "Die korrupte Republik" wie der Autor anmahnt. Doch der Buchtitel ist aufgeblasen. Und manche Story, die "Stern"-Reporter Hans-Martin Tillack selbst ausgegraben oder aus den Archiven hervorgebuddelt hat, ist verbal aufgedonnert. Doch es gibt Fakten. Die sind, flüssig und spannend zu lesen, geschickt zusammengestellt: Sponsoring und Lobbying, Schmiergeld und Amtsmissbrauch, Abgeordneten- und Journalistenbestechung, ausschreibungslose Auftragsvergaben, Geldkoffer und schwarze Kassen.

Transparency International, eine seriöse Nichtregierungsorganisation, stuft die Bundesrepublik auf der von 0 bis 10 reichenden globalen Korruptionsskala seit Jahren um 8 herum ein. Es könnte also mehr getan werden für die Bekämpfung der Korruption. Sie ist nicht nur eine Gefahr für die Wirtschaft, sondern für die Demokratie.

Tillack empfiehlt, sich an Finnland zu orientieren, das beim Korruptionsranking von Transparency International auf den vorderen Plätzen steht, weil die Bürokratie dort besser öffentlich kontrolliert wird als anderswo.

Hans-Martin Tillack:

Die korrupte Republik.

Hoffmann und Campe, Hamburg 2009; 287 S., 19,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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