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Kurz rezensiert
Werner Hornung
Angelesen

Das Reich der Mitte ist ein Vielvölkerstaat, was aus Pekinger Sicht natürlich potenzielle Instabilität bedeutet. Ungefähr acht Prozent der gut 1,3 Milliarden Chinesen gehören 55 nationalen Minderheiten an, beispielsweise die nach mehr Autonomie strebenden, muslimischen Uiguren in der rohstoffreichen Nordwest-Region Xinjiang. Sie und all die anderen Minoritäten charakterisiert Asien-Experte Klemens Ludwig in seinem bebilderten Taschenbuch.

Er beschreibt ihre sozio-ökonomische Lage, kulturelle Besonderheiten und die politische Situation im entsprechenden Siedlungsgebiet; außerdem geht er auf die unterschiedlichen Maßnahmen der Zentralregierung ein: Sie unterdrückt nicht nur Minderheiten wie etwa in Tibet, sondern versucht auch geschickt durch Zugeständnisse - etwa beim Gebot zur Ein-Kind-Familie - manche Volksgruppen für sich zu gewinnen.

Eine Karte hilft bei der Orientierung, aber leider fehlt ein Register für das Nachschlagen der zahlreichen Ethno-Portraits von Achang über Mandschuren oder Tadschiken bis Zhuang.

Klemens Ludwig:

Vielvölkerstaat China. Die nationalen Minderheiten im Reich der Mitte.

Verlag C. H. Beck, München 2009; 192 S., 12,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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