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Interview mit Hartwig Fischer (CDU), Leiter des Arbeitskreises Afrika der CDU/CSU Fraktion
FÜNF FRAGEN ZUR: ZUSAMMENARBEIT MIT AFRIKA

Welche Bedeutung hat das südliche Afrika im Hinblick auf den gesamten afrikanischen Kontinent?

Meiner Meinung nach ist das südliche Afrika eindeutig durch die Stärke von Ländern wie Südafrika, Mosambik, Botsuana und Angola die aussichtsreichste Region in Afrika. Auch das Land Sambia würde für die Stärkung des südlichen Afrikas in Frage kommen, wenn die Rohstoffpreise sich erhöhen würden.

Was ist für Deutschland wirtschaftlich am südlichen Afrika besonders reizvoll?

Die Interessen Deutschlands liegen insbesondere im Bereich der neuen Technologien, der regenerativen Energien und der industriellen Entwicklung. Auch ein partnerschaftliches Verhältnis wird wegen der wachsenden Flüchtlingswelle aus dem Süden nach Europa, der Wirkungen von Umweltschäden und Epidemien immer wichtiger.

Welche Länder der Region sind für die nahe Zukunft interessant und warum?

Südafrika, Angola und Mosambik sind künftig sehr spannend, weil sie sich als Stabilisatoren der Region, gemeinsam mit Sambia und Botsuana, erweisen können. Gerade weil Simbabwe ein instabiler Faktor für die Region ist, muss man die "stabilen" Ländern fördern und unterstützen.

Inwieweit sollte Wirtschaftspolitik in diesem Teil Afrikas mit Entwicklungszusammenarbeit verzahnt werden?

In Fragen der Infrastruktur, also im Bereich von Straßen, Schienen und Energie, aber auch der Agrarwirtschaft und der Veredelung der Produkte der Agrarwirtschaft würde ich eine Verzahnung mit der Wirtschaft befürworten. Wichtig ist auch eine Unterstützung der afrikanischen Länder bei der Zertifizierung von Rohstoffen, so dass diese zu Weltmarktpreisen und -konditionen gehandelt werden können und die aus dem Verkauf erzielten Gewinne zu 100 Prozent wieder in den jeweiligen Staatshaushalt fließen.

Welche Rolle sollte das Thema "gute Regierungsführung" in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit spielen?

Es ist in unserem Sinne, wenn verstärkt an der Festigung beziehungsweise Etablierung demokratischer und rechtsstaatlicher Struktur gearbeitet wird. Denn wir brauchen Afrika als aktiven Partner bei der Bewältigung der gemeinsamen globalen Zukunftsfragen. Die Sicherung des Friedens und die weltweite Bekämpfung von Armut können ohne starke, afrikanische Länder genauso wenig gelingen wie die Bewältigung des Klimawandels oder die Lösung drängender Energie- und Rohstofffragen. Eine gute Regierungsführung vor Ort ist dafür Voraussetzung. Schlechte Regierungsführung macht eine wirtschaftliche Zusammenarbeit fast unmöglich und wird nicht zum gewünschten Erfolg führen.

Die Fragen stellte

Ann Kathrin Sost.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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