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Johanna Metz
Vorübergehende Machtübergabe

NIGERIA

Das nigerianische Parlament hat am 9. Februar eine vorübergehende Machtübergabe an Vizepräsident Goodluck Jonathan beschlossen und so die politische Handlungsfähigkeit des Landes wieder hergestellt. Die Regierungsgeschäfte ruhen seit fast drei Monaten weitgehend, weil Präsident Umaru Yar'Adua seit November 2009 in Saudi Arabien wegen einer Herzerkrankung behandelt wird. Er hatte das Parlament nicht schriftlich über seine Abwesenheit informiert, weshalb Vizepräsident Jonathan nicht automatisch an die Staatsspitze rücken konnte.

Yar'Aduas lange Abwesenheit hat das bevölkerungsreichste Land Afrikas in eine politische Krise gestürzt. Neue Gesetze liegen auf Eis, zudem lieferten sich Christen und Muslime in der zentralnigerianischen Stadt Jos schwere Kämpfe, bei denen hunderte Menschen ums Leben kamen. Auch der Konflikt im ölreichen Nigerdelta, in dem Rebellen für eine höhere Beteiligung der Bevölkerung an den Einnahmen aus der Ölförderung kämpfen, droht wieder aufzuflammen.

Das Land geriet außerdem ins Visier der US-Terrorfahnder, nachdem ein Nigerianer an Weihnachten versucht hatte, ein US-Passagierflugzeug im Landeanflug auf Detroit in die Luft zu sprengen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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