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BANKENHAFTUNGGastkommentar
Joachim Jahn
Zum Lernen zwingen

Das Casino auf den internationalen Finanzmärkten hat schon wieder geöffnet, als wäre nichts geschehen. Selbst führende Banker beklagen, dass Geldinstitute, die eben noch vom Steuerzahler gerettet werden mussten, obszön hohe "Boni" ausschütten. Mit dem Eingehen von Spekulationsrisiken, die weltweit das Währungssystem an den Abgrund geführt hatten, dürfte es nicht besser aussehen.

Da ist die von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bis hin zur Linksfraktion vertretene Forderung "Die Banken sollen zahlen" mehr als bloßer Populismus oder soziale Gerechtigkeitsduselei. Es geht auch nicht um Rache an einer Branche, in der die Gehälter in den Himmel wachsen - auf Kosten überschuldeter Staatshaushalte und damit auf Kosten von Menschen, deren Arbeit und Leben in ganz anderen Bahnen verläuft. Vielmehr ist Prävention durch Verhaltenssteuerung das Gebot der Stunde.

Keine Strafsteuer auf Transaktionen oder hohe Vergütungen, sondern eine Zwangsabgabe zur Selbstregulierung ist erforderlich. Das Geldgewerbe muss ein eigenes Sicherungsnetz aufbauen, damit strauchelnde Kredithäuser nie wieder das Gemeinwesen erpressen können - nach dem auch aus der Autoindustrie sattsam bekannten Motto: "too big to fail". Eine strengere Aufsicht über das Geschäftsgebaren ist ebenfalls fällig. Und Straf- wie Zivilprozesse sollten Vorstände und Investmentbanker daran erinnern, dass Verantwortung und Haftung nun einmal zusammen gehören.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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