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Kurz rezensiert
Alexander Weinlein
Angelesen

"Im Übrigen beantrage ich, dass Karthago zerstört werden soll". Mit diesem Satz soll Marcus Porcius Cato seine letzten Reden vor dem römischen Senat jeweils beendet haben. Ob die Zerstörung der antiken Metropole im Jahr 146 vor Christus durch die Römer nun wirklich diesem beständigen Drängen zum Opfer gefallen ist, sei dahingestellt. Aber das berühmte Zitat Catos mag als Beleg für den schwärmerischen Ausruf des römischen Tragödiendichters Pacuvius gelten: "O Rede, die du Herzen lenkst, die Welt regierst." Daran hat sich bis heute im Guten wie im Schlechten nichts geändert.

Dem Alt-Philologen Wilfried Stroh gelingt es, in seinem mit Begeisterung geschriebenen Buch "Die Macht der Rede" die Rhetorik der Antike auferstehen zu lassen. Eines wird dabei deutlich: Die alten Griechen und Römer entwickelten einen Kanon an rhetorischen Techniken, dem bis heute nichts oder nur wenig hinzugefügt werden konnte. Und so plädiert Stroh auch dafür, deutschen Schülern abseits von Power-Point-Präsentationen wieder die eigentliche Kunst der Rede zu vermitteln.

Wilfried Stroh:

Die Macht der Rede Eine kleine Geschichte der Rhetorik im alten Griechenland und Rom.

Ullstein Verlag, Berlin 2009; 608 S., 22,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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