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Götz Hausding
Mängel bei der Umsetzung

ANTIDOPINGBERICHT Ein Drittel der Verbände muss zahlen

19 von 60 überprüften Sportfachverbänden haben laut Antidopingbericht im Jahr 2008 Mängel bei der Umsetzung der Vorschriften der Nationalen Antidoping-Agentur (Nada-Code) und der mit dem Zuwendungsbescheid des Bundesinnenministeriums (BMI) verbundenen Auflagen zu verzeichnen. Das teilte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph Bergner (CDU), in der Sitzung des Sportausschusses am 3. März mit. Die Verstöße seien mit finanziellen Rückforderungen an die Verbände verbunden, die sich je nach Schwere der Verstöße zwischen 1 und 16 Prozent der Zuwendungen bewegten. Dabei gingen die Mittel dem Sport nicht verloren, da sie für die Dopingprävention verwendet würden.

SPD und Grüne kritisierten den Zeitrahmen für die Erstellung des Antidopingberichtes 2008. Alle Verbände hätten bis Ende März 2009 ihre Angaben machen müssen. Es sei "unerklärlich", wie sich das BMI noch 2010 mit einigen Verbänden im Anhörungsverfahren befinden könne. "Nicht akzeptabel" sei zudem Bergners Ansicht, dass eine Erfüllungsquote von etwa zwei Dritteln ein "erfreuliches Ergebnis" sei.

Gründlichkeit sei wichtiger als Schnellschüsse, urteilte hingegen die Unions-Fraktion. Die Gründe für die zeitliche Verzögerung seien durchaus nachvollziehbar, hieß es. Festzustellen sei außerdem, dass es sich bei den Mängeln ausschließlich um "formale Verstöße" handle. Dennoch sei auch die Union an einer konsequenten Anwendung der Vorschriften interessiert.

Auch die FDP-Fraktion sprach sich für ein klares Vorgehen aus. Wenn auch die Verstöße als Einzelfälle betrachtet "verständlich" erschienen, müsse Konsequenz bei der Umsetzung herrschen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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