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Annette Sach
Mehr Schutz fürs Wattenmeer

UMWELT

Das Wattenmeer bietet einen einzigartigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, reagiert aber auch besonders sensibel auf Umwelteinflüsse. Dieser Lebensraum in der Nordsee soll im Rahmen der trilateralen Wattenmeerkonferenz noch besser geschützt werden. Ein entsprechender Antrag (17/903) wurde am 4. März im Plenum mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP verabschiedet. Die SPD und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich, während die Linke den Antrag ablehnte. "Ich werbe durch den Beschluss dafür, diesen Lebensraum zu würdigen", sagte Ingbert Liebing (CDU), der selber auf der Insel Sylt zuhause ist. Dort findet vom 17. bis 19. März 2010 die 11. trilaterale Wattenmeerkonferenz statt. Unter deutscher Präsidentschaft sollen dabei mit einer Neufassung der "Gemeinsamen Erklärung" Inhalte und Strukturen der Zusammenarbeit für das Wattenmeer auf eine neue Grundlage gestellt werden.

"Die allergrößte Gefahr geht vom Klimawandel aus", sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser (CDU). Auch Frank Schwabe (SPD) warnte: "Das Wattenmeer ist hochgradig gefährdet." Bis zum Ende des Jahrhunderts könne das Meer hier um einen Meter ansteigen. Angelika Brunkhorst (FDP) verwies darauf, dass das Wattenmeer mit dem Titel "Weltnaturerbe" jetzt auf einer Ebene mit Gebieten wie dem Grand Canyon und dem Great Barrier Reef stehe, was auch ein wertvolles Marketinginstrument sei. Sabine Stüber (Die Linke) begründete die Ablehnung des Antrags damit, dass im Wattenmeer die Schutzzone für besonders empfindliche Meeresgebiete (PSSA) nicht ausgedehnt werden solle. Die Grüne Valerie Wilms plädierte ebenfalls dafür, nicht nur etwas für den Schutz des Wattenmeers, sondern "für den gesamten Schutz der Meere" zu tun.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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