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Kurz rezensiert
Alexander Weinlein
Angelesen

Dass die US-Amerikaner trotz der beschworenen Wertegemeinschaft politisch erheblich anders "ticken" als ihre europäischen Verbündeten, hat sich in den vergangenen 50 Jahren immer wieder gezeigt. Der Politikwissenschaftler Jakob Schissler zeigt in seinem fundierten Band, aus welchen Traditionen, Ideen und auch Mythen sich die politische Kultur der USA speist. Schissler führt seinen Leser von den puritanischen Anfängen über die liberalen und republikanischen sowie den religiösen Traditionen bis hin zu jenen Mentalitäten, auf die die Amerikaner mit Stolz verweisen: ihren Pioniergeist, ihren Pragmatismus und den unbeirrbaren Glaube an die Machbarkeit aller Dinge.

Besonders lesenwert sind Schisslers Ausführungen, in denen er zeigt, wo und wie die amerikanischen Denkmuster und Vorstellungen in konkreter Politik kumulierten - etwa dem von Ronald Reagan initierten und später von George W. Bush neu aufgelegten "Star Wars"-Programm SDI. Was könnte auch amerikanischer sein, als die Eroberung des Weltraums, der "final frontier"?

Jakob Schissler:

Die politische Kultur der USA.

Wochenschau Verlag, Schwalbach 2010; 288 S., 16,80 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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