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Kurz rezensiert
Werner Hornung
Angelesen

Der Titel besteht nur aus einem Wort: Hiroshima. Das dazugehörige Datum verdeutlicht ein Schlüsselereignis des vergangenen Jahrhunderts: den Atombomben-Abwurf am 6. August 1945 durch die US-Luftwaffe auf diese japanische Stadt. Den historischen Kontext hierzu und zu dem drei Tage später folgenden Inferno in Nagasaki liefert Florian Coulmas.

In zehn Kapiteln beschreibt der in Tokio arbeitende Japanologe die folgenreichen Attacken, vor allem die Vor- und Nachgeschichte. Die beiden Abwürfe sollten nicht nur den Zweiten Weltkrieg im Pazifikraum beenden und Rache für den japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 sein, sondern auch eine Machtdemonstration gegenüber der Sowjetunion.

Diese militärisch-politischen Hintergründe, besonders aber die zahlreichen Reaktionen in Medien, bei Schriftstellern und Wissenschaftlern untersucht der kenntnisreiche Autor. Dabei betont Coulmas stets auch die unterschiedlichen Sichtweisen, denn: "Japans Hiroshima ist nicht Amerikas Hiroshima". Dies zeigt sich heute noch in den jeweiligen Schulgeschichtsbüchern, übrigens auch in deutschen.

Florian Coulmas:

Hiroshima. Geschichte und Nachgeschichte.

Verlag C.H. Beck, München 2010; 127 S., 8,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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