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Kurz rezensiert
Aschot Manutscharjan
Angelesen

Vor über 40 Jahren reiste Ulrich Sahm nach Israel, um im Gelobten Land Judaistik zu studieren - und blieb. Bereits als Student schrieb er auf Wunsch des "Haaretz"-Herausgebers Gustav Schocken Rezensionen über die neue deutsche Literatur - ein gezielter Tabubruch Anfang der 1970er Jahre in Israel. Nach einem Besuch bei seinem Vater, dem deutschen Botschafter in Moskau, berichtete er anonym über die Lage der Juden in der Sowjetunion. Längst ist sein von einem Vollbart umrahmtes Gesicht auch den Zuschauern des Nachrichtensenders n-tv bekannt. Schließlich informierte er sie stets sachkundig via Live-Schalte über die politische Entwicklung im Nahen Osten.

In seinem Buch erzählt Sahm vom Alltag in Israel. Und er ließ es sich auch nicht nehmen, direkt neben seinen scharfsinnigen politischen Analysen auch Kulinarisches zu präsentieren.

Der Autor musste feststellen, dass in Nahost "nichts wirklich so ist, wie es zu sein scheint", dass es dort keine "absolute Wahrheit" gibt. Eine Lösung für den arabisch-israelischen Konflikt kann auch Sahm nicht aus der Schublade zaubern. Dennoch ist sein großartige Buch ein Muss für jeden, der Israel kennen lernen will.

Ulrich W. Sahm:

Alltag im Gelobten Land.

Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010; 230 S., 19,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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