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Kata Kottra
Stimmenkauf in Kolumbien

WAHLEN

Bei den Parlamentswahlen im südamerikanischen Kolumbien haben Parteien aus dem konservativen Lager, die dem Präsidenten Alvaro Uribe zugerechnet werden, einen Sieg errungen. Stärkste Partei wurde bei der Abstimmung am 14. März die U-Partei, deren Name sich aus der Unterstützung für Uribe herleitet, mit etwa 25 Prozent. Mit drei weiteren Parteien des rechten Lagers zusammen erreichten Uribes Verbündete 62 Prozent der Stimmen.

Überschatten wurden die Wahlen von Vorwürfen der Wahlfälschung. Die Wahlbeobachtermission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) prangerte den Kauf von Stimmen in mindestens 6 der 32 Provinzen Kolumbiens an. Die Wahlbeobachter berichteten, dass Wählern als Gegenwert für ihre Stimme Geld, Lebensmittel und sogar Stipendien angeboten worden waren.

Die Wahl galt auch als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahlen im Mai. Dem amtierenden Präsidenten Alvaro Uribe hatten die kolumbianischen Verfassungsrichter die Kandidatur für eine dritte Amtszeit untersagt. Der frühere Verteidigungsminister Juan Manuel Santos von der U-Partei konnte durch die Wahlen seine Rolle als Favorit für die Wahlen ausbauen.

Während seiner zwei Amtszeiten hat Uribe im Kampf gegen die linken Farc-Guerillas hart durchgegriffen. Gleichzeitig werden zahlreichen Abgeordneten aus seinem Lager Verbindungen zu rechten Para-Militärs vorgeworfen. 30 Volksvertreter mussten deshalb bereits ins Gefängnis.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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