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Kata Kottra
Keine Ampel für Lebensmittel

VERBRAUCHERSCHUTZ

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes (EP) hat sich am 16. März gegen eine Kennzeichnung von Lebensmitteln nach dem "Ampel"-System ausgesprochen. Nach dem Willen der Abgeordneten sollen Nahrungsmittel nicht mit roten, gelben oder grünen Punkten markiert werden, die anzeigen, ob zu viel Fett, Zucker und Salz im Produkt enthalten ist. Kinderärzte aus ganz Europa hatten an den Ausschuss appelliert, eine solche Kennzeichnung einzuführen. Auch 90 Prozent der Eltern in Deutschland befürworten laut einer AOK-Umfrage bei Getränken Punkte in Grün, Gelb oder Rot.

Die Mehrheit der Abgeordneten lehnte die Lebensmittel-Ampel jedoch als zu vereinfachend und daher irreführend ab. Sie stimmten jedoch dafür, den Energiegehalt von Lebensmitteln auf der Vorderseite der Verpackung in ausreichend großer Schrift auszuweisen. Die Hersteller sollen die Anteile an Fett, Kohlenhydraten, Zucker und Salz angeben, allerdings nicht farblich markiert. Ausnahme: Bei alkoholischen Getränken dürfen Produzenten die Kalorienzahl verschweigen. Nano-Partikel im Essen müssten dagegen ausgewiesen werden; bei frischen Produkten wie Milch, Fleisch und Gemüse muss das Herkunfsland erkennbar sein.

Das Plenum des Europäischen Parlamentes wird sich voraussichtlich dem Votum des Umweltausschusses anschließen. Das Thema steht Ende Mai auf der Tagesordnung. Auch die Mitgliedsstaaten müssen dem Vorschlag noch zustimmen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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