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Monika Pilath
Mehr Ärzte nach Bedarf

Gesundheit

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, hat zur Bekämpfung des drohenden Ärztemangels eine Modernisierung der Bedarfsplanung angemahnt. Im Gesundheitsausschuss forderte Köhler am vergangenen Mittwoch, künftig müsse zunächst der Behandlungsbedarf der Bevölkerung kleinräumig gemessen werden. Davon ausgehend solle der Bedarf an Ärzten sektorenübergreifend im stationären und ambulanten Bereich ermittelt werden. Dazu schlug er die Gründung von Regionalverbünden im jedem Bundesland vor, denen neben den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Landeskrankenhausgesellschaften, die Landesärztekammern und die Landesministerien stimmberechtigt angehören sollten.

Die Koalition hob hervor, dass es Handlungsbedarf gebe. Die CDU/CSU-Fraktion bekräftigte zudem, bereits der Zugang zum Arztberuf müsse erleichtet werden. Die FDP-Fraktion stellte die Bedarfsplanung grundsätzlich in Frage. Die SPD-Fraktion unterstützte Köhlers Vorschlag zwar, hinterfragte aber zugleich, ob für ein solches System noch KVen notwendig seien, was Köhler unter Hinweis etwa auf die Qualitätssicherung bejahte. Die Linksfraktion betonte, für eine bessere Verteilung der niedergelassenen Ärzte sei es auch notwendig, "an der Zulassungsschraube zu drehen". Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wies darauf hin, dass geklärt werden müsse, wer nach einer Reform die Verantwortung für die Bedarfsplanung tragen solle.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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