Inhalt

Kurz rezensiert
Jörg von Bilavsky
Angelesen

Seit zwei Jahrzehnten sorgen sich die Bundesbürger vor allem um ihren Wohlstand, ihren Arbeitsplatz und ihre Gesundheit. Während des Kalten Krieges sahen die Antworten bei Umfragen noch ganz anders aus. Im Oktober 1962 blickte nicht nur Deutschland, sondern alle Welt nach Kuba aus Angst vor einem nuklearen Schlagabtausch zwischen den USA und der Sowjetunion. Noch immer kursieren Legenden über die Bedingungen, Brisanz und Beilegung des historisch einmaligen Konflikts.

Der Hamburger Historiker und Politologe Bernd Greiner entzaubert den Mythos von Kennedys kalkuliertem Handeln und Chruschtschows halsbrecherischem Hasardspiel. Indem er den Aktionsspielraum und die Abschreckungstaktiken aller Akteure berücksichtigt, relativiert er das damalige Kriegsrisiko. Gleichwohl lag während dieser 13 Tage im Oktober die Schwelle zum Atomkrieg extrem niedrig, kämpften Kennedy, Chruschtschow und Castro vor allem auf dem Schlachtfeld der Ehre. Greiner hat die biografischen, politischen und militärischen Dimensionen dieser emotionalen Kampfzone präzise vermessen.

Bernd Greiner:

Die Kuba-Krise. Die Welt an der Schwelle zum Atomkrieg.

Verlag C.H. Beck, München 2010; 128 S., 8,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2016 Deutscher Bundestag