Inhalt

Michaela Hoffmann
Olympiasieger in Uniform

SPORTFÖRDERUNG Viele Stars arbeiten bei Bundeswehr, Zollverwaltung und Polizei

Als Maria Riesch, Magdalena Neuner und Viktoria Rebensburg bei den Olympischen Winterspielen von Vancouver ihre Goldmedaillen gewannen, wurde in ganz Deutschland gejubelt. Ganz besonders stolz war man aber im Bundesfinanzministerium (BMF). Schließlich sind die drei erfolgreichen Damen Mitarbeiterinnen der Zollverwaltung und gehören zur Sportfördergruppe des Zolls. Zur Fördergruppe der Bundeswehr wiederum gehört Hauptfeldwebel Andre Lange, Olympiasieger im Zweierbob bei den Spielen 2010. Olympischer Spitzensport - das zeigen die Beispiele - scheint ohne staatliche Förderung nicht mehr möglich.

Einsparzwängen trotzen

Auch in Zukunft will die Bundeswehr Spitzensportler auf hohem Niveau fördern. Das machte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Kossendey (CDU), während der Sitzung des Sportausschusses am 9. Juni deutlich. Bis zu den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver habe die Bundeswehr 824 Förderplätze angeboten. Deren Zahl werde "wie geplant" auf 744 zurückgeführt, sagte Kossendey. "Trotz aller Einsparzwänge ist es unser Ziel, ab 2012 744 Plätze zur Verfügung zu stellen."

Fünf der zehn deutschen Goldmedaillen in Vancouver hätten Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen der Zollverwaltung errungen, sagte BMF-Staatssekretär Werner Gatzer. Derzeit gebe es 60 Förderstellen für Spitzensportler bei der Zollverwaltung. Gatzer kündigte an, für den Fall, dass die Olympischen Winterspiele 2018 nach München vergeben werden, die Zahl zu erhöhen. Insbesondere im Bereich der Trendsportarten werde in diesem Fall noch "das ein oder andere gemacht".

Heinz Zielinski vom Hessischen Innenministerium stellte das Konzept der Polizei-Sportfördergruppe der Länder vor. Ziel sei es, die Berufsausbildung auf der einen und die Ausübung des Leistungssportes auf der anderen Seite zu harmonisieren und zu optimieren.

Duale Karriere

Dazu werde ein Studium an der Verwaltungshochschule in Gießen angeboten, das für Mitglieder der Sportfördergruppe eineinhalb Jahre länger gehe als für normale Studenten. In Hessen sei das Ergebnis eine Abschlussprüfung für den gehobenen Dienst. Voraussetzung für das Studium sei die Zugehörigkeit zu einem A-, B- oder C-Kader, sagte Zielinski. Nach Beendigung des Studium könnten die Athleten bei ausreichenden Leistungen in der Sportfördergruppe verbleiben oder würden "in einer Dienststelle ihrer Wahl untergebracht".

Auch Bundeswehr und Zoll sollten künftig nach Ansicht der Sportausschussmitglieder nicht nur die Anzahl der Sportförderplätze stabil halten oder erhöhen, sondern auch die berufliche Entwicklung der Sportler noch intensiver fördern. Damit auch künftig Feldwebel und Zollwachtmeisterinnen Erfolge feiern können.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2016 Deutscher Bundestag