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Aus Plenum und Ausschüssen
Kata Kottra
Kein Ausstieg beim Reaktor Iter

FORSCHUNG

Der Bundestag hat sich am vergangenen Freitag dafür ausgesprochen, dass sich Deutschland auch weiterhin an Finanzierung und Bau des Forschungsreaktors Iter beteiligt. Ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen (17/1433), der sich für den Projektausstieg aussprach, wurde in namentlicher Abstimmung mit den Koalitionsstimmen abgelehnt.

Der Reaktor Iter, eine Abkürzung für "International Thermonuclear Experimental Reactor", soll im französischen Cadarache gebaut werden. Hier sollen Wissenschaftler die Erzeugung von Energie durch Kernfusion erforschen, die die Grundlage für die Energieerzeugung in der Sonne ist. Iter wird in internationaler Kooperation erbaut; in letzter Zeit war bekannt geworden, dass der europäische Anteil von 2,7 Milliarden auf voraussichtlich 7,2 Milliarden Euro ansteigen wird. In der Debatte sagte der CDU-Abgeordnete Stefan Kaufmann: "Ein schneller Ausstieg ist keine Lösung". Darunter würden auch deutsche Forschungseinrichtungen leiden, die mit Iter kooperieren. Der Sozialdemokrat René Röspel betonte, dass die Kernfusion zwar eine "spannende Forschungsoption" sei, aber keine "Energieversorgungsoption". Der Liberale Martin Neumann betonte hingegen, dass Iter das "Triebwerk für die Energieversorgung von morgen" schaffen werde. Das Forschungsprojekt könne aber "aktuell eben nichts" zur Reduzierung der Klimaerwärmung beitragen, entgegnete Linken-Abgeordnete Petra Sitte. Lange bevor man durch Kernfusion Energie erzeugen könne, müsse der Bedarf komplett durch erneuerbare Energien gedeckt werden, sagte auch Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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