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Jerome Cholet
Akazien gegen die Sahara

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Zwischen Dakar im Westen und Dschibuti im Osten Afrikas soll ein 7.000 Kilometer langer und 15 Kilometer breiter Waldstreifen die Sahara in ihre Grenzen weisen. Jeden Tag geht der Region fruchtbarer Boden verloren, Dürren und Überschwemmungen nehmen zu. Im Juli 2005 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union das Projekt des "Grünen Gürtels". In der senegalesischen Hauptstadt Dakar wurden bereits 15.000 Setzlinge gepflanzt und eingezäunt, damit sie nicht von Viehherden abgegrast werden. Auch die Bevölkerung wird in das Projekt integriert: Die gepflanzten Bäume, darunter vor allem Akazien, sollen ihr durch den Verkauf der Früchte ein neues Einkommen bescheren. "Am Ende wollen wir 500 Kilometer Waldstreifen geschaffen haben", sagt Djibo Leity Ka, Umweltminister des Senegal. Das westafrikanische Land gilt als Vorreiter des Projekts. Umweltorganisationen kritisieren jedoch, dass die Ursachen für die Desertifikation nicht behoben werden. "Die Aufforstung ändert nichts an der falschen Bewirtschaftung der Böden", sagt Haider El Ali von der Umweltschutzorganisation Oceanium.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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