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Kurz notiert

Ein paar trockene Gräser, vielleicht ein bisschen Geröll, aber vor allem viel Sand - das ist es, woran jeder beim Thema Wüsten denkt. Doch unter den Dünen verbergen sich bisweilen kostbare Bodenschätze. Hier einige Beispiele.

Öl in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien ist der größte Erdöl-Förderer der Welt. 264,59 Milliarden Barrel Rohöl (Stand Ende 2009) lagern unter dem Wüstensand, das sind fast 25 Prozent aller weltweiten Ölvorkommen. Das Königreich am Golf deckt seine Staatseinnahmen mit dem scharzen Gold zu annähernd 90 Prozent. Inmitten der Wüste stehen gigantische Förderanlagen, meist werden sie von schwer bewaffneten Polizisten geschützt - das Gut hinter den Zäunen ist kostbar. Derzeit kostet das Barrel (159 Liter) rund 77 US-Dollar.

Inzwischen erschließt Saudi-Arabien auch Vorkommen in sehr abgelegenen, schwer zugänglichen Regionen, zum Beispiel in der Wüste Rub al Khali im Osten des Landes. In der Ölförderanlage Shaybah, 400 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt, werden heute täglich rund 500.000 Barrel Erdöl bester Qualität gefördert.

Diamanten in Namibia

Den ersten Diamanten Namibias fand ein armer Streckenwärter 1908 im Wüstensand beim Säubern von versandeten Eisenbahnschienen. Sein Vorarbeiter entdeckte noch mehr Diamanten, und wenig später brach es aus, das "Diamantenfieber". Die deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika gründete 1909 die "Deutsche Diamantengesellschaft", die in drei Jahren etwa 4,7 Millionen Karat aus den Wüstensand siebte.

Bis heute sind die Diamanten der wichtigste Wirtschaftsfaktor für Namibia. Die Edelsteine des Landes gelten als besonders wertvoll, denn sie besitzen den höchsten durchschnittlichen Karatwert, was eine hohe Schmuckqualität verspricht.

Aber auch in anderen Ländern Afrikas gibt es Diamanten. Nicht selten führen die Vorkommen, wie in Botsuana, zu Konflikten: Nachdem unter dem Sand der Kalahari-Wüste riesige Edelsteinreserven entdeckt wurden, werden die Buschmänner, auch San genannt, aus ihrer Heimat vertrieben.

Uran in Niger

In den Wüsten Afrikas lagern riesige Uranvorkommen, vor allem in Niger und Namibia. Niger, mitten in der Sahara gelegen, ist nach Kanada und Australien der größte Uranproduzent der Welt und damit für die Atomindustrie das, was Saudi-Arabien für die Erdölindustrie ist.

In beiden afrikanischen Ländern hat sich unter anderem der französische Konzern Areva, der auch Atomkraftwerke baut, eine milliardenschwere Lizenz für den Abbau des radioaktiven Metalls gesichert. Doch Umweltaktivisten in Niger schlagen Alarm: Sie berichten über Millionen Tonnen radioaktiver Abfälle, verstrahltes Wasser und schwere Krankheiten unter den Arbeitern, weil es an Strahlenschutzausrüstung und Aufklärung mangele.

Die Preise für Uran steigen derzeit, neue Abbaugebiete sollen erschlossen werden. Die Bevölkerung eines der ärmsten Länder der Welt hat schon jetzt offenbar wenig davon: An dem Geschäft mit dem begehrten Rohstoff verdienen in erster Linie die internationalen Konzerne.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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