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Hans-Jürgen Leersch
Spielzeug und Gesundheit

Wirtschaft

Die Bundesregierung soll das höchstmögliche Gesundheitsschutzniveau für Kinder bei Spielzeug sicherstellen. Die SPD-Fraktion fordert in einem Antrag (17/2345), die Zuständigkeit für Spielzeugsicherheit bei einem Ministerium zusammenzuführen. Spielzeug soll nach den Vorstellungen der Fraktion mit sogenannten Lebensmittelkontaktmaterialien gleichgestellt werden. Sofern das Spielzeug für längeren Hautkontakt vorgesehen sei, müsse Spielzeug auch mit Kosmetika gleichgestellt werden. Die Bundesregierung soll sich außerdem für Verbote von allergieauslösendem Nickel und "wegen der unbekannten Risiken" für die Anwendung von Nanomaterialien einsetzen. Hersteller von Spielzeug müssten generell verpflichtet werden, eine präventive Sicherheitsprüfung und Zertifizierung durch unabhängige Dritte durchführen zu lassen.

In der Begründung schreibt die SPD-Fraktion, Kinder seien besonders sensibel, "denn ihre Organe und ihr Immun- und Nervensystem befinden sich noch in der Entwicklung". Schadstoffe könnten daher in allen wesentlichen Entwicklungsprozessen des Körpers schwerwiegende Langzeitschäden verursachen. Nach Angaben der SPD-Fraktion sind Kinder zunehmend von Allergien, Umwelterkrankungen und Hormonstörungen bis hin zu Krebserkrankungen betroffen. Bösartige Neubildungen von Tumoren seien bei Kindern die zweithäufigste Todesursache. "Es ist deshalb dringend geboten, giftige Chemikalien und krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsschädigende Stoffe aus Spielzeugen fern zu halten, denn für solche Stoffe gibt es keine zuverlässig ungefährlichen Grenzwerte", fordert die SPD-Fraktion. Der Antrag wird am kommenden Donnerstag erstmals im Plenum beraten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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