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Tatjana Heid
Qualität in der Berufsbildung

BILDUNG

Kein Potenzial darf vergeudet werden - das ist das Ziel der Regierungsfraktionen in der Berufsbildungspolitik. Ein entsprechender Antrag (17/1435) wurde am vergangenen Mittwoch vom Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung mit den Stimmen von Union und FDP angenommen. Beide Parteien waren sich einig: Das Berufsbildungssystem in Deutschland sei "weltweit vorbildlich" und der Ausbildungsmarkt habe sich auch 2009 in der Krise "ausgesprochen gut" entwickelt. Mit ihrem Antrag kündigten sie eine "Qualitätsoffensive" in der Berufsbildung an. So solle etwa der Ausbildungspakt fortgesetzt werden.

Dagegen betonte die Opposition, der Berufsbildungsbericht bilde den Ausbildungsmarkt unzureichend ab. Die Linksfraktion hatte in ihrem Antrag eine Ausbildungsstatistik gefordert, aus der auch die Probleme von Altbewerbern und jungen Migranten klar hervorgingen. Knapp 400.000 Jugendliche "verharrten" in Übergangssystemen, betonte die SPD-Fraktion. Wie ein roter Faden zog sich der Vorwurf des "Maßnahmendschungels" durch die Oppositionsbeiträge. Auch die Grünenfraktion beklagte diesen und forderte die Umsetzung ihres Konzepts "DualPlus", bei dem etwa die überbetriebliche Ausbildung gestärkt werden soll. Die Anträge von SPD (17/1745, 17/1759), Linke (17/1734) und den Grünen (17/541) wurden abgelehnt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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