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Götz Hausding
Bereitschaft zu Organspenden

PETITIONEN

Der Petitionsausschuss setzt sich für eine signifikante Erhöhung der Organspendebereitschaft in Deutschland ein. Die Abgeordneten beschlossen daher am vergangenen Mittwoch einstimmig, eine öffentliche Petition, die eine Änderung des Organspenderechtes anstrebt, dem Bundesgesundheitsministerium zur Erwägung zu überweisen sowie den Fraktionen zur Kenntnis zu geben.

Der Petent verlangt in seiner Eingabe, jeder Bürger müsse sich entscheiden, ob er Organspender sein möchte oder nicht. Diese Entscheidung müsse als Information auf der Mitgliedskarte seiner Krankenkasse vermerkt werden. Weiter wird in der Petition gefordert, deutschlandweit verpflichtend Koordinierungsstellen mit Transplantationsbeauftragten einzurichten.

In der Begründung zu seiner Beschlussempfehlung verweist der Petitionsausschuss auf eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wonach die Bereitschaft, nach dem Tod Organe und Gewebe zu spenden, bei 67 Prozent liegt. Gleichzeitig hätten jedoch nur 17 Prozent der Befragten ihre Entscheidung in einem Organspendeausweis dokumentiert. Nach Auffassung des Ausschusses ist es wünschenswert, dass möglichst viele Bürger zu Lebzeiten eine Entscheidung zur postmortalen Organspende treffen und dies auch dokumentieren.

Es müsse jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Bereitschaft zur Organspende vom Gesetzgeber "weder verlangt noch angeordnet werden kann", heißt es in der Vorlage weiter. Ebenso kann nach Auffassung des Ausschusses nicht verlangt oder angeordnet werden, dass sich jeder zu Lebzeiten mit der Frage der postmortalen Organspende so intensiv beschäftigt, dass er auch eine entsprechende Erklärung abgibt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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