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Kurz rezensiert
Aschot Mnautscharjan
Angelesen

Wilhelm Dietl ist kein Unbekannter. Im BND-Untersuchungsausschuss des Bundestags fiel sein Name des Öfteren im Zusammenhang mit der Bespitzelung von Journalisten: Während Dietl für renommierte Magazine wie "Spiegel", "Stern" oder "Focus" arbeitete, war er gleichzeitig als Spion für den Bundesnachrichtendienst im Nahen und Mittleren Osten unterwegs.

Aus seinen früheren Recherchen hat er jetzt eine bunte Mischung veröffentlicht, die allerdings keine neuen Erkenntnisse über die Geheimdienste Syriens, Irans oder Libyens enthält. Dietl wärmt alte Geschichten über die Drahtzieher des "Mykonos"-Anschlags von 1992 auf und erwähnt längst bekannte Verbindungen zwischen Teheran, Hisbollah und Hamas. Beschäftigt sich ein Leser jedoch zum ersten Mal mit der Region, kann er in Dietls Buch viele interessante Details entdecken.

Welche Beobachtung trifft auf alle islamischen Geheimdienste zu? Ihr absolut kompromissloses Vorgehen gegen Feinde und Andersdenkende, betont Dietl. Dazu nehmen sich die Regime auch das Recht heraus, ihre Gegner jenseits der eigenen Landesgrenzen zu verfolgen.

Wilhelm Dietl:

Schattenarmeen. Die Geheimdienste der islamischen Welt.

Residenz Verlag, St. Pölten 2010; 301 S., 21,90 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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