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Wider das Unberechenbare

PORTRÄT Der Dominikanerpater Wolfgang Ockenfels

Wolfgang Ockenfels, seit 1985 Professor für christliche Sozialwissenschaften an der theologischen Fakultät Trier, befasst sich auf Grund seiner Dreifachausbildung (Theologie, Sozialethik und Volkswirtschaft) mit moralischen Fragen des Wirtschaftslebens. Doch nicht ausschließlich. Der 1947 in Hennef geborene Wissenschaftler deckt ein weites Feld ab: Es reicht vom Spannungsverhältnis zwischen katholischer Soziallehre ("Politisierter Glaube?") bis zum Spendenskandal aus der Sicht der Ethik. 2009 veröffentlichte er das Werk "Das hohe C" - wohin steuert die CDU? Bereits 1992 hatte er sich mit kritisch mit der "Unternehmermoral in der Sozialen Marktwirtschaft" auseinandergesetzt, 1993 eine Schrift zum "Streitfall Kirchensteuer" verfasst und 1995 die "Interessenverbände in Deutschland" gemeinsam mit Günter Triesch durchleuchtet.

In dem nebenstehenden Essay spricht sich Ockenfels, der 1967 - 20-jährig - dem Dominikanerorden betrat und 1973 zum Priester geweiht wurde, für moralische Regeln besonders in der turbulenten, globalen Finanzwelt aus: Ohne dieselben nämlich erreichten die Menschen kein gegenseitiges Vertrauen. "Als freie Subjekte bleiben sie letztlich unberechenbar." Doch eine für alle geltende Moral ließe sich "nur von Gott her denken, also religiös begründen". Und die Kirche? Wie reagiert sie auf diesen Mangel an moralischen Prinzipien? Sie sei "hierzulande abgetaucht und wegen der Delikte einiger Amtsträger "kollektiv diskreditiert worden". Dennoch könnte die katholische Soziallehre in ihrer weltweiten Bedeutung zur Orientierung dienen. Ockenfels ist neben seiner Hochschul- und schreiberischen Tätigkeit Geistlicher Berater des Bundes Katholischer Unternehmer, Chefredakteur der ordensnahen Zeitschrift "Die Neue Ordnung", Beiratsmitglied der Akademie des deutschen Handwerks und sei 1998 Präsident der Internationalen Stiftung Humanum in Lugano. Zudem ist er Mitglied der Ludwig-Erhard-Stiftung.

Der Pater gehört dem Dominikanerkonvent "Heilig Kreuz" in Köln an.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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