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Monika Pilath
Spielen nur bei kundigen Kneipiers

Gesundheit

Alle Fraktionen im Bundestag wollen mit Blick auf Geldspielautomaten den Jugendschutz verbessern und die Suchtprävention ausbauen. Im Rahmen eines Expertengesprächs zur Novelle der Spieleverordnung erörterten die Abgeordneten dazu am vergangenen Mittwoch in einer Sitzung des Gesundheitsausschusses mit Forschern sowie Verbandsvertretern der Automatenindustrie und der Suchtkrankenhilfe und -beratung unterschiedliche Ansätze. Die Bundesregierung betonte, bis Ende des Jahres zu einer neuen Glücksspielverordnung kommen zu wollen.

In einem vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Bericht wird unter anderem vorgeschlagen, dass die Erlaubnis zur Aufstellung von Geldspielgeräten an eine Sachkundeprüfung zu den entsprechenden Rechts- und Schutzvorschriften geknüpft werden solle. Ferner sei mittelfristig die Einführung einer Spielerkarte zu überlegen, um eine Begrenzung der Verluste eines Spielers zu erreichen.

Die Vorsitzende des Fachverbandes Glücksspielsucht, Ilona Füchtenschieder, zeigte sich skeptisch, ob mit einem Sachkundenachweis ein verbesserter Jugend- und Spielerschutz zu erzielen sei. Der Leiter des Instituts für Therapieforschung München (IFT), Gerhard Bühringer, hielt den Vorschlag hingegen für bedenkenswert. Die Betreiber von Spielhallen und viele Gastronomen wiesen "erstaunliche Defizite" bei den Themen Jugendschutz und Spieleverordnung auf, argumentierte der Professor.

Wie Füchtenschieder sprach sich auch der Leiter des Instituts für Psychologie und Kognitionsforschung, Gerhard Meyer, für eine "drastische" Einschränkung der Gewinn- und Verlustmöglichkeiten an Geldspielautomaten aus. Der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Automaten-Industrie, Jürgen Bornecke, zeigte sich dagegen davon überzeugt, dass sich die Spieleverordnung von 2005 im Grundsatz bewährt habe. Allerdings befürwortete er Überlegungen zu einem Sachkundenachweis.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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