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Götz Hausding
Streit um Trainerprämien

SPORT

Erstmals haben Trainer für die olympischen Erfolge ihrer Schützlinge Prämien erhalten. Insgesamt 830.000 Euro an Trainerprämien seien nach den Olympischen Winterspielen 2010 ausgezahlt worden, sagte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, am vergangenen Mittwoch vor dem Sportausschuss. Für eine Goldmedaille seien 40.000 Euro, für eine Silbermedaille 25.000 Euro und für eine Bronzemedaille 15.000 Euro ausgezahlt worden, die unter Trainern und Servicekräften entsprechend der Empfehlungen der jeweiligen Verbände aufgeteilt worden seien. Während der DOSB-Generaldirektor dies als "bescheidene, aber von allen Beteiligten begrüßte Maßnahme" lobte, gab es Kritik von den Oppositionsfraktionen.

Es sei zwar unbestritten, dass es bei der finanziellen Unterstützung der Trainer Defizite gebe, sagte Martin Gerster (SPD). Statt Prämien auszuloben müsse jedoch das bei manchen Bundestrainern "viel zu niedrige Grundgehalt" angehoben werden. Es sei nicht akzeptabel, dass erfolgreiche Behindertensportler und deren Trainer geringere Prämien erhalten sollten als Nichtbehinderte, kritisierte Kathrin Kunert von der Linksfraktion. Die "Fixierung auf die olympische Leistung" bemängelte der Grünen-Abgeordnete Winfried Hermann. Es würden damit "falsche Anreize" geschaffen. Die Trainer könnten sich ausschließlich darauf konzentrieren, auf olympische Höchstleistungen zu setzen, weil sich das finanziell lohne.

Die Höhe der Prämien sei angemessen, weshalb von einem "sinnvollen System" die Rede sein könne, sagte hingegen Lutz Knopek (FDP). Mit den Prämien habe man das richtige Instrument gefunden, um den Trainerberuf attraktiver zu gestalten, betonte Klaus Riegert (CDU).

Aus Politik und Zeitgeschichte

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