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Kurz rezensiert
Aschot Manutscharjan
Angelesen

Tamim Ansarys hat eine Mission - er möchte den Westen aufklären und die "wahre Geschichte" erzählen: Während seiner Tätigkeit in einem Verlag habe er festgestellt, dass die amerikanischen Schulbücher kaum Informationen über islamische Geschichte enthielten. Dies müsse korrigiert werden. Ansary ist zwar kein Historiker, aber nach ihrem Vorbild wollte er "das Rohmaterial der Geschichte auswerten". Konkret ging es ihm darum, die Geschichte der islamischen Länder von den Anfängen des Islams bis zum "Triumph der weltlichen Modernisierer" und der "islamische Reaktion" nachzuerzählen. Herausgekommen ist allerdings ein oberflächliches Sammelsurium, das er aus einigen sehr guten, aber auch schlechten Büchern zusammengeschrieben hat.

Die Hauptthesen Tamim Ansarys über die westliche Unterdrückung der islamischen Welt und die vom Westen verdrängte Geschichte der Muslime ist eine Litanei, die bei selbsterklärten "anti-imperialistischen Autoren" immer wieder auftaucht. Die Konflikte in Iran und Irak, in Tschetschenien und in Kaschmir interpretiert der Autor ausschließlich als einen "heftigen" Kampf gegen die "endgültige Auslöschung" des islamischen Universums. Auch für die verfahrene Situation in Afghanistan macht er auschließlich die USA verantwortlich.

Tamim Ansary:

Die unbekannte Mitte der Welt. Globalgeschichte aus islamischer Sicht.

Campus Verlag. Frankfurt/M. 2010; 367 S. 24,90 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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