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Aus Plenum und Ausschüssen
Tatjana Heid
Umstrittene Gesundheitsforschung

Forschung

Medizinische Forschung soll schneller beim Patienten ankommen. Das ist eines der Ziele des Gesundheitsforschungsprogramms der Bundesregierung, das am Mittwoch im Forschungsausschuss vorgestellt wurde. Danach soll die Gesundheitsforschung von 2011 bis 2014 mit 5,5 Milliarden Euro gefördert werden. Schwerpunkte sind die Erforschung von Volkskrankheiten, individualisierte Medizin, Präventions- und Ernährungsforschung, Versorgungsforschung, Gesundheitswirtschaft und Gesundheitsforschung in globaler Kooperation. Das Zusammenspiel von Universitäten und außeruniversitärer Forschung soll mit der Gründung von sechs deutschen Zentren für Gesundheitsforschung gefördert werden.

Die CDU/CSU-Fraktion begrüßte das Programm als Maßnahme, "von der unser Land profitieren wird". Sie wollte wissen, ob man im Bereich der Prävention auf die Unterstützung der Länder angewiesen sei - etwa in Schulen und Kindergärten, in denen Bewegung und Ernährung eine Rolle spielten. Auch die individualisierte Medizin sei ein wichtiges Feld, betonte die FDP-Fraktion. Sie interessierte, wie der Finanzfluss zwischen den Zentren erfolgen soll.

Die SPD befürwortete den im Programm vorgesehenen Stellenwert der Erforschung seltener Krankheiten. Dennoch seien ihre Erwartungen nicht erfüllt worden. "Neben der Situationsanalyse bleibt das Programm eher nebulös", kritisierte die Fraktion. Ähnlich äußerte sich die Fraktion Die Linke. Zwar unterstütze man die Schwerpunkte, jedoch frage man sich, welche konkreten Schritte gegangen werden sollen. Forschungsprogramme und die Verteilung von Geldern seien "souveräne Entscheidungen der Wissenschaft", hieß es von der Regierung. Das Forschungsprogramm ermögliche Schwerpunkte, nationale Strategien und die dringend notwendige Konzentration. Wie die Konzentrationsidee umgesetzt werden solle bei 27 Standorten, fragte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Es dränge sich der Eindruck auf, der Bund stecke Geld in die Forschung, weil die Länder dies nicht mehr leisten könnten. Man müsse sich fragen, ob die Forschungsstrukturen nicht insgesamt auf den Prüfstand gehörten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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