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Sibylle Ahlers
Ein Kampf auf Leben und Tod

Libyen

Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi gibt nicht auf. Sein Sohn Saif al-Islam untermauerte am Freitag den Machtanspruch der Familie. Im Interview mit dem Sender CNN-Türk nannte Seif el-Islam die Demonstranten "Terroristen". Auf die Frage, ob es für die Familie "Plan B" für eine Flucht gebe, antwortete er: "Unser Plan A ist es, in Libyen zu leben und zu sterben. Auch Plan B ist es, in Libyen zu leben und zu sterben. Dies könnte ein großes Gemetzel geben."

Bei einer Bevölkerung von rund 6,3 Millionen hat der Staat mehr als 100.000 Menschen unter Waffen. Die libyschen Streitkräfte haben eine Personalstärke von rund 76.000 Mann. Dazu kommen 40.000 Reservisten der "Volksmiliz". Wieviele Soldaten noch zu der Herrscherfamilie stehen, ist aber zur Zeit unklar. Neben den regulären Streitkräften setzt Gaddafi auf die ihm besonders loyale "Revolutionsgarde" mit rund 3.000 Mann. Diese schwer bewaffnete Truppe verfügt auch über Panzer und Raketen. Zudem hat das reiche Ölland Libyen ausländische Söldner unter Waffen. Die libyschen Streitkräfte sind mit modernsten Waffen, darunter 2205 Panzer.

Oppositionelle schätzen das Vermögen der Familie auf 80 bis 150 Milliarden US-Dollar (rund 58 bis 109 Milliarden Euro).

Aus Politik und Zeitgeschichte

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