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Klaus Brandner
Kurz notiert

Seit Jahrzehnten sind Deutschland und Ägypten partnerschaftlich eng miteinander verbunden und pflegen einen reichhaltigen Austausch auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene. Die Kooperation im Bereich der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik beispielsweise hat eine lange Tradition. Vor rund 130 Jahren öffnete die erste deutsche Schule in Ägypten ihre Pforten. Heute werden an acht deutschen Schulen rund 3100 ägyptische Kinder unterrichtet. Über 130.000 Ägypter lernen Deutsch. Besondere Aufmerksamkeit liegt bei der jungen Generation, da knapp 80 Prozent der Bevölkerung unter 40 Jahre alt sind. So wurde die Kooperation im Hochschul- und Wissenschaftsbereich deutlich verstärkt.

Deutsch-Ägyptische Gruppe

Genau diese Aspekte waren für mich wichtige Beweggründe daran mitzuwirken, dass die intensive und fassettenreiche Beziehung zu Ägypten ausgebaut und gestärkt wird. Deshalb habe ich sehr gern den Vorsitz der Deutsch-Ägyptischen Parlamentariergruppe übernommen. Dieser Zusammenschluss von Abgeordneten aller im Bundestag vertretenen Fraktionen eröffnet über die "formelle" politische Ebene hinaus eine besondere Möglichkeit des Austausches und schafft wichtige Synergien.

Und genau diese Synergien sind es, die mit Blick auf die Ereignisse in Ägypten und dem Ruf der Bevölkerung nach demokratischen Wandel genutzt und vor allem weiter verstärkt werden müssen. Dass wir Parlamentarier vom Volk in freien und fairen Wahlen gewählt werden, ist hierzulande selbstverständlich. In einer "jungen" Demokratie wie sie in Ägypten bald Realität werden kann, müssen diese demokratischen Grundsätze erst etabliert werden und wachsen. Dabei kann und muss die Deutsch-Ägyptische Parlamentariergruppe ihren ganz speziellen Beitrag leisten, um den Reformprozess aktiv zu fördern und um die Bevölkerung in ihrem Vorhaben zu unterstützen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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