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Ramona Vogel
Kurz notiert

1971

Der Assuan Staudamm wird nach rund zehnjähriger Bauzeit fertiggestellt. Das Gemeinschaftsprojekt der Ägypter und Sowjets ist mit knapp vier Kilometer Länge und über 100 Meter Höhe ein Prestigobjekt des Landes. Mit seiner Inbetriebnahme deckt er fast 80 Prozent des Strombedarfs Ägyptens. Dabei ist der Damm kaum mit Zement, sondern mit Lehm, Felsen und Sand gebaut. Über 400 Menschen verliehren während der Bauarbeiten ihr Leben. Während der Feierlichkeiten zum Bauauftakt verdammt Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser "die reaktionären Mächte, die sich gegen uns verbündeten, um diesen Bau zu verhindern". Doch wirft das Bauwerk auch seine Schatten, die Düngung durch die jährlich Überflutung des Nils hat stark abgenommen. Über 100.000 Nubier verlieren ihre Heimat. Zahlreiche Kulturdenkmäler werden überflutet.

Idi Amin putscht gegen Präsident Milton Obote und übernimmt die Macht in Uganda. Seiner achtjährigen Herrschaft fallen eine mehrere Hundertausend Menschen zum Opfer, alle Asiaten werden des Landes verwiesen. Er zählt zu den grausamsten und wohl bizarrsten Diktatoren Afrikas. Sich selbst verleiht er den Titel: "Seine Exzellenz, der Präsident auf Lebenszeit, Feldmarschall Al Hadji Doktor Idi Amin, Träger des Victoria-Kreuzes, des Militärkreuzes, Herr über alle Tiere der Erde und Fische des Meeres, Eroberer des Britischen Reiches in Afrika im Allgemeinen und Uganda im Besonderen". 1979 besetzen Truppen Tansanias, dem er zuvor den Krieg erklärt hat, die Hauptstadt Ugandas und zwingen Idi Amin zur Flucht. Er stirbt 2003 in Saudi Arabien.

1974

Die Nelkenrevolution in Portugal stürzt die Diktatur des Estado Novo unter Staatsführer António de Oliveira Salazar. Die Vorgänge strahlen auf die portugiesischen Kolonien Angola, Mozambique und Sao Tome aus, die nun ihre Unabhängigkeit fordern. Angola gerät ab 1975 in einen Bürgerkrieg um die Vorherrschaft im Land. Die marxistische MPLA, unterstützt von der Sowjetunion, geht als Sieger aus dem Konflikt hervor.

1977

Der südafrikanische Bürgerrechtler Steve Biko stirbt nach Folter durch die Polizei einen Tag nach seiner Einlieferung ins Gefängniskrankenhaus von Pretoria. Sein Tod wird bald darauf zum Symbol der Widerstandsbewegung gegen das Apartheid-Regime und löst ein Waffenembargo des Weltsicherheitsrats gegen das Land aus.

1977-1978

Ogadenkrieg zwischen Somalia und Äthiopien. Auslöser ist der Versuch Somalias, Kontrolle über das ostäthiopische Ogaden zu erlangen, welches mehrheitlich von Somali bewohnt wird. Mengistu Haile Mariam, Äthiopiens Staatschef, wird von der Sowjetunion unterstützt, die ihm Waffen und Truppen überlässt. Somalia bricht darauf hin seine Beziehungen zur Sowjetunion ab und gewährt den USA 1980 Nutzungsrechte für Flugplätze und Hafenanlagen am strategisch wichtigen Horn von Afrika. Im Gegenzug erhält Präsident Siad Barre Unterstützung von den USA. Mit dem Ende des Kalten Krieges wird der Bündnispartner für die USA uninteressant, die Unterstützung schwindet, das Land driftet ins Chaos ab. 1991 wird Barre abgesetzt.

1978

Der ägyptische Präsident Anwar al-Sadat und der israelische Ministerpräsident Menachem Begin unterzeichnen in Camp David den Friedensvertrag zwischen ihren Ländern. Es ist das erste Friedensabkommen zwischen Israel und einem arabischen Land. Ägypten erkennt damit das Existenzrecht Israels an. Begin und Sadat wird im selben Jahr der Friedensnobelpreis verliehen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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