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Ramona Vogel
Kurz notiert

1997-2006

Der aus Ghana stammende Kofi Annan wird UNO-Generalsekretär. Er erhält 2001 den Friedensnobelpreis.

In Zaire stürzt Laurent-Desire Kabila den amtierenden Mobutu und benennt das Land wieder in Kongo um. Von 1998 bis 2002 tobt ein brutaler Bürgerkrieg. Die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright bezeichnet die Zustände als "Ersten Weltkrieg Afrikas". Kabila fällt 2001 einem Attentat zum Opfer, sein Sohn Joseph übernimmt die Macht. 2006 finden unter der Aufsicht von 18.000 Blauhelmsoldaten freie Wahlen statt.

2002

Gründung der Afrikanischen Union (AU) als Nachfolgeorganisation der OAU. Verabredet werden Menschenrechte und das Recht auf Intervention bei Nichtbeachtung. Beteiligt sind über 50 afrikanische Staaten mit Ausnahme Marokkos. Grund ist der Konflikt um das Gebiet der Westsahara, das Marokko für sich beansprucht. Dessen Unabhängigkeit wurde bereits von über 40 Staaten anerkannt.

2003

Beginn der Darfur-Krise. Sudanesische Regierungstruppen und Rebellen stehen sich quasi im Kriegszustand gegenüber. Die Regierung toleriert beziehungsweise führt selbst ethnische Säuberungen an Zivilisten durch, die derselben ethnischen Gruppe angehören wie die Rebellen. 200.000 Menschen fallen den Übergriffen zum Opfer, 2,5 Millionen Menschen müssen fliehen. Das 2006 unterzeichnete Friedensabkommen wird von mehreren Gruppen nicht anerkannt. Die sudanesische Regierung bombardiert weiter Darfur, der Konflikt dauert an.

2004

Beschluss der Afrikanischen Union zur Gründung des Afrikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

2005

Der Konflikt im Tschad eskaliert. Rebellen aus dem benachbarten Sudan, unterstützt von dessen Regierung, greifen von Stützpunkten in Darfur den Tschad an.

ab 2005

Die Piraterie vor der Küste Somalias nimmt deutlich zu. Im von Bürgerkrieg und Hungersnöten zerrütteten Land bleibt den Einwohnern häufig keine andere Wahl ihren Lebensunterhalt zu sichern.

2006

Als erstes weibliches Staatoberhaupt Afrikas wird Ellen Johnson-Sirleaf Präsidentin Liberias.

2010

Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Im Viertelfinale scheidet Ghana als letztes afrikanisches aus. Spanien wird Fußballweltmeister.

2011

Revolution in den Maghrebstaaten.

4. Januar (Tunesien)

Der Gemüsehändler Mohamed Bouazizi verbrennt sich aus Protest selbst. Landesweit beginnen Demontsrationen. Zehn Tage später tritt Präsident Ben Ali zurück und verlässt das Land.

25. Januar (Kairo/Ägypten)

Den Aufrufen zum "Tag des Zorns" über das Internet folgen tausende Ägypter. Sie fordern den Rücktritt von Präsident Husin Mubarak. Mubaraks wichtigste Stütze, das Militär, stellt sich auf die Seite der Demonstranten. Am 11. Februar tritt Mubarak zurück.

13. Februar (Algier/Algerien)

Proteste werden niedergeschlagen, Demonstranten verhaftet.

17. Februar (Libyen)

Bei Protesten in der Nähe Tripolis werden mehrere Demonstranten erschossen. Die Gewalt nimmt in den folgenden Tagen zu. Staatschef Gaddafi lässt das Militär auf die Bevölkerung schießen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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