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Kurz rezensiert
Alexander Weinlein
Angelesen

Im Mai 2003 verkündete der damalige US-Präsident George W. Bush an Deck des Flugzeugträgers "Abraham Lincoln" den Irak-Krieg für siegreich beendet. "Mission erfüllt", lobte der Oberkommandierende seine Truppen. Sechs Jahre später reiste der amerikanische Romanautor und Journalist Nick McDonell in den Irak und begleitete für zwei Wochen eine US-Panzerdivision. Seine Erlebnisse vor Ort hat er in dem schmalen Reportageband mit dem ironischen Titel "Das Ende aller Kampfhandlungen" zusammengefasst.

Die politische Analyse, die Einordnung und Bewertung ist McDonells Sache nicht. Er erzählt vom Kriegsalltag - vom existenziellen und banalen Alltag der Soldaten: Dazu gehören Berichte über lebensgefährliche Patrouillen ebenso wie die Geschichte von Sergeant Gustavo Nogueira, der sich regelmäßig in einem Panzer mit Soldatinnen sexuell vergnügt. McDonell kommt ganz ohne erhobenen Zeigefinger aus, schildert das Erlebte in der mitunter brachialen Sprache der Soldaten und des Krieges, der "vielleicht ältesten Sprache der Welt", wie er selbst vermutet. Absolut lesenswert.

Nick McDonell:

Das Ende aller Kampfhandlungen

Berlin Verlag, Berlin 2011; 190 S., 18,95 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

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