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Sandra Schmid
Kein Appetit auf Klonfleisch

WIRTSCHAFT

Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen EU-Parlament, Europäischer Kommission und den Mitgliedstaaten über ein Verbot von Fleisch und Milchprodukten geklonter Tiere hat die Opposition den Rücktritt von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gefordert. Außerdem wurde der Bundesregierung vorgehalten, die Interessen deutscher Verbraucher denen der amerikanischen Lebensmittelkonzerne untergeordnet zu haben. Ulrich Kelber (SPD) verurteilte, dass die seit drei Jahren auf europäischer Ebene geführten Verhandlungen über ein Klonfleisch-Verbot nun an der Stimmabgabe der Bundesregierung gescheitert seien. Dies führe zu einer Situation, dass die Verbraucher in Deutschland nicht wissen könnten, ob sie "Klonfleisch auf ihrem Teller haben". Franz-Josef Holzenkamp (CDU/CSU) bedauerte, dass EU-Parlament und Ministerrat sich nicht auf ein europaweites Verbot hätten einigen können, zumal ein guter Vorschlag hierfür auf dem Tisch gelegen habe. "Aber dem Parlament ging dieser nicht weit genug", kritisierte Holzenkamp.

Karin Binder (Die Linke) forderte eine Kennzeichnung für Produkte von geklonten Tieren. Die Verbraucher müssten die Möglichkeit haben zu überprüfen, welches Fleisch sie kaufen. Christel Happach-Kasan (FDP) griff ihrerseits die Opposition scharf an: Ihr gehe es gar nicht darum, über Klonfleisch zu diskutieren. Ziel der Aktuellen Stunde sei allein, "einen erfolgreichen Wirtschaftsminister" zu diskreditieren. Nicht er habe mit seiner Haltung einen Kompromiss auf europäischer Ebene verhindert, sondern das Europäische Parlament.

Friedrich Ostendorff (Bündnis 90/Die Grünen) forderte Bundeskanzlerin Merkel auf, Brüderle wegen "Verrats an den Verbraucherrechten" zu entlassen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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