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Alexander Weinlein
Weltmädchentag gefordert

GLEICHBERECHTIGUNG

Der 22. September soll nach dem Willen des Bundestages zum Weltmädchentag der Vereinten Nationen erklärt werden. In einem überfraktionellen Antrag von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen (17/7021), den das Parlament am vergangenen Donnerstag ohne Gegenstimme verabschiedete, wird die Bundesregierung aufgefordert, sich bei der UN dafür einzusetzen. Der Weltmädchentag soll weltweit auf die Rechte von Mädchen aufmerksam machen.

Die Parlamentarier begründen ihren Antrag mit der weltweiten Diskriminierung und Ausbeutung von Mädchen: "Ungeachtet der Tatsache, dass die Weltgemeinschaft in Konventionen und Abkommen universell Menschenrechte verankert hat, die gleichermaßen für Männer und Frauen gelten", seien Mädchen in vielen Ländern Benachteiligungen, Ausbeutung, Gewalt und Ausgrenzung ausgesetzt. Dies sei vielfach eingebettet in kulturelle Denkmuster, Traditionen und religiöse Einstellungen. Weder am Internationalen Frauentag noch am Weltkindertag werde bislang auf die spezifische Situation von Mädchen aufmerksam gemacht.

Die Fraktion Die Linke enthielt sich in der Abstimmung über den Antrag der Stimme. Allerdings nicht, weil sie ihn inhaltlich nicht unterstütze, sondern weil die Unionsfraktion sich weiterhin weigere, mit der Linksfraktion Anträge oder andere parlamentarische Initiativen zu formulieren, stellte Heike Hänsel (Linke) klar. Sie kritisierte jedoch zugleich, die Forderung nach einem Weltmädchentag bleibe reine Symbolpolitik, wenn sie nicht durch konkrete politische Initiativen begleitet werde.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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