Das „Wirtschaftswunder“ in den 1950er und frühen 1960er Jahren veränderte die Bundesrepublik Deutschland nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich. Mit dem Wachstum und der Abriegelung der innerdeutschen Grenze entstand ein derart starker Arbeitskräftebedarf, dass ...
Wer noch seine Asterix-Lektüre im Kopf hat, erinnert sich an folgende Passage: „Du kennst mich doch, ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da sind nicht von hier!“ Allerorts hören wir auch heute: „Nein, eigentlich habe ich nichts ...
Die Anwerbung ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit Mitte der 1950er Jahre stieß Wanderungsprozesse an, die eine starke Eigendynamik entfalteten. Die Bundesregierungen waren über Jahrzehnte nur sehr eingeschränkt in der Lage, diese Prozesse zu steuern. Die Westdeutschen standen dabei ...
Auch nach 50 Jahren Einwanderung aus der Türkei werden türkeistämmige 1 Menschen in Deutschland häufig als geschlossene Gruppe wahrgenommen. Nicht selten wird im öffentlichen Diskurs nach wie vor von „den Türken“ gesprochen. Dabei ist diese Bevölkerungsgruppe in hohem Maße heterogen. Die ...
Die Einwanderung von Türkeistämmigen 1 in Deutschland begann mit dem „Wirtschaftswunder“: Der Arbeitsmarkt der 1950er Jahre war von einem enormen Wirtschaftswachstum geprägt, das 1955 mit zwölf Prozent den historisch höchsten Wert erreichte. Die dynamische Entwicklung der ...
Fachkräfte werden knapp“, „Gesucht: Ingenieure aus Krisenstaaten“, „Rettung aus Südeuropa“: Diese aktuellen Schlagzeilen aus deutschen Tageszeitungen verdeutlichen den Handlungsdruck und die Brisanz der Diskussion über die Zuwanderung von Arbeitskräften, um dem ...
In „Zurückkehren“ erzählt Tahar Ben Jelloun über die Verwundbarkeit des Alterns in der Migration. 1 Mit der Pensionierung, nach 40 Jahren Fließbandarbeit bei Renault, gerät für Mohammed, den Romanhelden, das gesamte Leben aus den Fugen. Das Ausscheiden aus dem Produktionsprozess ...
Nach Abschluss des Anwerbeabkommens im Jahr 1961 reisten Menschen aus der Türkei vorwiegend als Arbeitskräfte in die damalige Bundesrepublik. Ihr Aufenthalt war nur temporär geplant, jedoch blieb ein Teil von ihnen langfristig in Deutschland, holte Familienmitglieder nach oder gründete eigene ...
Der Diskurs über „Migration“ wird nicht nur in Deutschland intensiv, affektiv und zum Teil heftig geführt. Für die Akteure des Diskurses steht einiges auf dem Spiel. Das, was verloren und vielleicht auch gewonnen werden kann, ist ein zentrales imaginäres gesellschaftliches Moment, ...