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Michael Klein
Trennung umstritten

Verkehr und Bau Experten über Zukunft der Bahn uneins

Die Trennung von Schiene und Verkehr bei der Deutschen Bahn AG (DB AG) bleibt weiterhin umstritten. Dies wurde am Mittwoch bei der Anhörung des Verkehrsausschusses zur Bahnstruktur deutlich. Grundlage der Anhörung waren drei Anträge der Opposition (SPD:17/4428, Linke: 17/4433, Bündnis 90/ DieGrünen: 17/4434) sowie ein Gutachten der Monopolkommission.

Professor Justus Haucap von der Monopolkommission sprach sich dabei für eine "weitestgehende Entflechtung" des Bahnkonzerns aus. Nur so könnten Interessenkollisionen verhindert werden. Auch Michael Holzhey von dem Strategieberatungsunternehmen KCW setzte sich mit dem bestehenden integrierten Modell auseinander und sprach sich für ein unabhängiges Netzmodell aus.

Demgegenüber hat sich für Richard Lutz von der DB AG die aktuelle Eisenbahnstruktur in Deutschland bewährt. Die Bahnstrukturreform von 1994 sei ein Erfolg, genieße international hohe Anerkennung und habe ihre wesentlichen Ziele erreicht. Sie habe mehr Verkehr auf die Schiene gebracht und die Belastung des Bundeshaushalts reduziert. Die Herauslösung der Infrastruktur aus dem DB-Konzern, also die Trennung von Schiene und Verkehr, würde hohe Kosten nach sich ziehen.

Alexander Kirchner von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lehnte ebenfalls die Zerschlagung des Konzerns in einen infrastrukturellen und verkehrlichen Teil "strikt" ab. Er kritisierte unter anderem, dass die zurückliegende Debatte um eine Teilprivatisierung der DB AG und die diskutierten Modelle zu keinem einheitlichen politischen Verkehrskonzept der Bundesrepublik geführt hätten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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