Das Parlament
Nr. 43 / 24.10.2011
Claudia Heine
Schuldenkrise
Nach heftiger Diskussion gibt der Bundestag Merkel freies Geleit für Euro-Verhandlungen
Im Fahrstuhl kann einen schon mal ein diffuses Gefühl von Unwohlsein befallen. Es ging abwärts, von der dritten Etage des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses neben dem Reichstagsgebäude - ins Erdgeschoss -, als ein Abgeordneter mit Sorgenfalten auf der Stirn einer ebenso angestrengt blickenden Kollegin
...
Hans Krump
Finanzkrise
Nach dem US-Häuserboom kam die Bankenwelt ins Trudeln. Nun zittert Brüssel um verschuldete Euro-Staaten
Die Finanzkrise begann vor vier Jahren als "Subprime-Krise" auf dem US-Hypothekenmarkt. US-Banken hatten breiten Schichten ohne Eigenkapital auf Kredit Häuser verkauft. Das Modell, bei dem gute mit schlechten Schuldpapiere vermischt und international weiterverkauft werden, kommt ins Stocken. Anfang
...
EDITORIAL
Fast vier Jahre nach Beginn der Finanzkrise und im zweiten Jahr der Euro-Krise steht Europa vor seiner wohl größten wirtschaftspolitischen Prüfung. Es gilt, die Schuldenlast in den Griff zu bekommen, die Gemeinschaftswährung dauerhaft zu stabilisieren, die Finanzmärkte effektiver zu kontrollieren.
...
Aus Politik und Zeitgeschichte
Nr. 43 / 24.11.2011 - Thema: 50 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei
Asiye Öztürk
Das „Wirtschaftswunder“ in den 1950er und frühen 1960er Jahren veränderte die Bundesrepublik Deutschland nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich. Mit dem Wachstum und der Abriegelung der innerdeutschen Grenze entstand ein derart starker Arbeitskräftebedarf, dass ...
Haci-Halil Uslucan
Wer noch seine Asterix-Lektüre im Kopf hat, erinnert sich an folgende Passage: „Du kennst mich doch, ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da sind nicht von hier!“ Allerorts hören wir auch heute: „Nein, eigentlich habe ich nichts ...
Stefan Luft
Die Anwerbung ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit Mitte der 1950er Jahre stieß Wanderungsprozesse an, die eine starke Eigendynamik entfalteten. Die Bundesregierungen waren über Jahrzehnte nur sehr eingeschränkt in der Lage, diese Prozesse zu steuern. Die Westdeutschen standen dabei ...
Jan Hanrath
Auch nach 50 Jahren Einwanderung aus der Türkei werden türkeistämmige 1 Menschen in Deutschland häufig als geschlossene Gruppe wahrgenommen. Nicht selten wird im öffentlichen Diskurs nach wie vor von „den Türken“ gesprochen. Dabei ist diese Bevölkerungsgruppe in hohem Maße heterogen. Die ...
Aysel Yollu-Tok
Die Einwanderung von Türkeistämmigen 1 in Deutschland begann mit dem „Wirtschaftswunder“: Der Arbeitsmarkt der 1950er Jahre war von einem enormen Wirtschaftswachstum geprägt, das 1955 mit zwölf Prozent den historisch höchsten Wert erreichte. Die dynamische Entwicklung der ...
Sven Rahner
Fachkräfte werden knapp“, „Gesucht: Ingenieure aus Krisenstaaten“, „Rettung aus Südeuropa“: Diese aktuellen Schlagzeilen aus deutschen Tageszeitungen verdeutlichen den Handlungsdruck und die Brisanz der Diskussion über die Zuwanderung von Arbeitskräften, um dem ...
Christoph Reinprecht
In „Zurückkehren“ erzählt Tahar Ben Jelloun über die Verwundbarkeit des Alterns in der Migration. 1 Mit der Pensionierung, nach 40 Jahren Fließbandarbeit bei Renault, gerät für Mohammed, den Romanhelden, das gesamte Leben aus den Fugen. Das Ausscheiden aus dem Produktionsprozess ...
Helen Baykara-Krumme
Nach Abschluss des Anwerbeabkommens im Jahr 1961 reisten Menschen aus der Türkei vorwiegend als Arbeitskräfte in die damalige Bundesrepublik. Ihr Aufenthalt war nur temporär geplant, jedoch blieb ein Teil von ihnen langfristig in Deutschland, holte Familienmitglieder nach oder gründete eigene ...
Paul Mecheril
Der Diskurs über „Migration“ wird nicht nur in Deutschland intensiv, affektiv und zum Teil heftig geführt. Für die Akteure des Diskurses steht einiges auf dem Spiel. Das, was verloren und vielleicht auch gewonnen werden kann, ist ein zentrales imaginäres gesellschaftliches Moment, ...
Zusammenfassung dieser Beilage
Nächste Ausgabe