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Götz Hausding
Kampf gegen die Pfunde

SPORT

Wenn die überzähligen Kilos erstmal da sind, ist es sehr schwer sie wieder loszuwerden. Der Kampf gegen Adipositas (Fettleibigkeit) muss daher früh beginnen -am besten schon im Kindergartenalter. Diese Ansicht vertrat die Sportwissenschaftlerin Renate Zimmer von der Universität Osnabrück während der Sitzung des Sportausschusses am vergangenen Mittwoch. Übergewicht sei nicht nur ein medizinisches Problem, sondern sorge auch für ein fehlendes Selbstwertgefühl, betonte sie.

Ebenso wie der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, betonte Zimmer die Bedeutung des Sports im Rahmen der Prävention. "Kinder wollen sich bewegen, wenn man sie denn lässt", sagte Vesper. Die Sportvereine böten dafür entsprechende Angebote. Es sei die Tendenz zu beobachten, dass immer mehr Übergewichtige den Weg in die Sportvereine finden, sagte Vesper. Das sei auch ein Erfolg von Projekten wie "Schwer mobil".

Die Sportwissenschaftlerin Zimmer steht nach eigenem Bekunden solchen "Etikettierungen" skeptisch gegenüber. Damit werde das Thema negativ besetzt. Sie forderte mehr "allgemeine" Sportangebote. Oftmals müssten sich die Kinder entscheiden, ob sie Fußball oder Handball spielen, oder zum Schwimmen oder Turnen gehen wollen. Besser sei es, eine Art "Unisportangebot" zu machen: "Einmal wird Basketball gespielt, dann wieder geschwommen oder geturnt."

Auf die Problematik der Arteriosklerose bei Kindern und Jugendlichen wies der Göttinger Kardiologe Martin Hulpke-Wette hin. Bluthochdruck werde bei dieser Altersgruppe viel zu selten erkannt, sagte er. Dabei bestünden gerade hier gute Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. In Sportvereinen müssten Kinder zunächst medizinisch untersucht werden. Gerade Leistungssport sei für Kinder mit Bluthochdruck eine Gefahr, warnte er.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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