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Alexander Weinlein
Barrierefreie Filme gefordert

KULTUR

Das Angebot an barrierfreien Film- und Fernsehangeboten ist in Deutschland nach Ansicht der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen unzureichend und bleibt hinter dem anderer europäischer Länder zurück. Dies stelle für seh- und hörbehinderte Menschen eine in vielen Fällen nicht zu überwindende Hürde für die Teilhabe am kulturellen Leben dar. Sie fordert die Bundesregierung in einem Antrag (17/8355) auf, ein Sofortprogramm "Barrierefreier Film" in Höhe von mindestens 250.000 Euro aufzulegen. Zudem soll sie gemeinsam mit den Fraktionen weitere kurzfristige und langfristige Maßnahmen entwickeln, um ein entspreches Filmangebot auszuweiten.

Die Grünen plädieren dafür, bei der nächsten Novelle des Filmförderungsgesetzes entsprechende Förderkriterien zu entwickeln, um die Produktion barrierefreier Filmfassungen sicher zu stellen. Die derzeitige Regelung im Filmfördergesetz, die auf Freiwilligkeit beruhe, habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Die Regierung soll außerdem auf die Bundesländer einwirken, damit das Angebot in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erhöht wird. Im Zuge der Reform der Rundfunkgebühren werde ab Januar 2013 ein Drittel des zu zahlenden Rundfunkbeitrags auch für Gehörlose und Sehbehinderte fällig. Dieses Geld sollte zur Finanzierung des barrierefreien Filmangebotes bei den Öffentlich-Rechtlichen verwendet werden.

Die Kosten für die Herstellung einer barrierefreien Filmfassung sind nach Angaben der Grünen realtiv gering. Sie lägen bei einer Hörfilmfassung für Sehbehinderte bei circa 5.000 Euro für einen Spielfilm. Die Untertitelung von Filmen für hörbehinderte Menschen falle deutlich kostengünstiger aus. Zudem könne bei 1,5 Millionen seh- und hörbehinderten Konsumenten ein sich selbst tragender Markt entstehen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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