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Jan Eisel
Der perfekte Spielplatz

KINDERKOMMISSION

Bauämter planen für Dekaden, Jugendliche nicht: Das ist eine Erkenntnis, die die Mitglieder der Kinderkommission (Kiko) aus einem Expertengespräch in der vergangenen Woche zum Thema "altersgerechte Aktionsflächen" mitnehmen konnten. "Freiräume für Jugendliche unterliegen Moden, die sehr schnelllebig sind", sagte Regine von der Haar vom GALK e.V.. "In den 80er Jahren wurde viel Geld für BMX-Parcours ausgegeben, die heute nur noch einer marginalen Gruppe Jugendlicher dienen." Dieses Problem kennen viele Kommunen: "Denn oft werden Spielplätze nicht richtig angenommen, fehlen dort, wo Kinder sind oder werden von Anwohnern, die Lärm fürchten, verhindert, bevor sie gebaut werden", sagte die Kiko-Vorsitzende Nicole Bracht-Bendt (FDP).

Dass die Attraktivität von Spielplätzen und Freizeitangeboten umso höher ist, je besser sich Erwachsene und Jugendliche verstehen, berichtete Bernd Jacobs vom Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Hannover. "Wir haben die Kinder und Jugendlichen gezielt angesprochen und die Stadtplanung von ihrem Expertenwissen profitieren lassen." Herausgekommen seien unter anderem mobile Skateboardparcours und Aufenthaltsräume, die an den Plätzen errichtet werden können, an denen sich Jugendliche und Kinder treffen.

Nils Kreß - 13 Jahre alt - vertrat in der Reihe der geladenen Experten den Kongress der Kinderrechte: "Wir sind zum Schluss gekommen, dass Plätze, die mit Kindern zusammen entwickelt wurden, am besten angenommen werden." Kreß, der der Arbeitsgruppe Freizeit, Spiel und Spielplätze angehört, stellte einen Kriterienkatalog vor, der den Erfolg eines Spielplatzes von der Sauberkeit, der Nähe zu Toiletten, funktionsfähigen Spielgeräten, Bäumen, der weiten Entfernung zu lauten Verkehrsstraßen und Grünflächen abhängig macht.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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