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Monika Pilath
Kurz notiert

Städte- und Gemeindepartnerschaften

Sie bilden das Grundgerüst, das die deutsch-französische Freundschaft trägt: die grenzüberschreitenden Partnerschaften zweier Städte, Gemeinden und Regionen. Rund 2.200 solcher Partnerschaften gibt es heute, wie das deutsch-französische Internetportal der Außenministerien beider Länder informiert. Bereits im Jahr 1950 unterzeichneten die ostfranzösische Stadt Montbéliard und das baden-württemberische Ludwigsburg den Vertrag zur ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaft. Für ihre vorbildhaften städtepartnerschaftlichen Beziehungen erhielten beide Städte 1988 den Adenauer-de-Gaulle-Preis. Ursprünglich standen die Städtepartnerschaften im Zeichen der deutsch-französischen Aussöhnung. Inzwischen gibt es vielfältige Kooperationen in den Bereichen Kultur, Jugendaustausch, Sport, Wirtsschaft, Tourismus, Forschung und Politik. In den Grenzregionen ist die Zusammenarbeit traditionell am weitesten fortgeschritten, jedoch bestehen auch eine Reihe von Partnerschaften weit auseinanderliegender Städte, beispielsweise von Frankfurt/Oder und der südfranzösischen Stadt Nimes. Im Jahr 1951 gründeten deutsche und französische Bürgermeister den Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE). Diese europaweite Organisation der kommunalen und regionalen Gebietskörperschaften mit Sitz in Paris fördert die Partnerschaftsarbeit intensiv. Neben den Städten unterhalten auch die Bundesländer Partnerschaften zu Regionen in Frankreich, so Niedersachsen mit der Haute Normandie und Sachsen mit der Bretagne.

Deutsch-Französisches Jugendwerk

Die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) geht auf den Élysée-Vertrag von 1963 zurück. In der gemeinsamen Erklärung zum Vertrag wurde der Jugend "eine entscheidende Rolle bei der Festigung der deutsch-französischen Freundschaft" beigemessen. Um die Begegnung und den Austausch von Schülern, Studenten, jungen Handwerkern und jungen Arbeitern zwischen beiden Ländern zu fördern, sah der Élysée-Vertrag die Schaffung eines Austausch- und Förderungswerks vor. Mit dem DFJW wurde dieses von Bundekanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle am 5. Juli 1963 aus der Taufe gehoben. Im Gründungsabkommen wird als Aufgabe des Jugendwerks genannt, "die Bande zwischen der Jugend der beiden Länder enger zu gestalten und ihr Verständnis füreinander zu vertiefen". An dieser Aufgabenbeschreibung hat sich grundsätzlich auch mit dem neuen Abkommen aus dem Jahr 2005 nichts geändert. Das DFJW fördert den Jugendaustausch und Jugendprojekte zwischen Deutschland und Frankreich. Dazu gehören unter anderem Schüler- und Studentenaustausch, berufliche Praktika, Sportbegegnungen und Sprachkurse. Seit dem Jahr 1963 hat das Jugendwerk nach eigenen Angaben mehr als acht Millionen Franzosen und Deutschen die Teilnahme an rund 300.000 Austauschprogrammen ermöglicht. Das DFJW fördert jedes Jahr mehr als 6.500 Gruppen- und rund 4.300 Individualaustauschprogramme, an denen rund 200.000 Jugendliche teilnehmen. mpi

Aus Politik und Zeitgeschichte

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