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Helmut Stoltenberg
Landesvater Beck tritt ab

Schicksalstag für die SPD: Am Tag, als Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde, kündigte in Mainz der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck seinen Abschied an. Die Entscheidung des Ex-SPD-Bundeschefs kam überraschend. Erst vor einem Monat hatte Beck ein CDU-Misstrauensvotum wegen der Nürburgring-Pleite überstanden. Am Freitag führte Beck dann "erhebliche Probleme" mit der Bauchspeicheldrüse als Rücktrittsgrund an.

Designierte Nachfolgerin als Regierungschefin der rot-grünen Koalition ist Sozialministerin Malu Dreyer (SPD). Die 51 Jahre alte Dreyer hatte 2004 ihre Multiple-Sklerose-Erkrankung bekannt gemacht und sagte jetzt: "Ich fühle mich gesund." Das Amt des Landesparteichefs will Beck, der die Partei seit 1993 führt, an Innenminister Roger Lewentz übergeben. Dieser Wechsel soll schon beim Landesparteitag am 10. November vollzogen werden.

Der 63-jährige Beck regiert Rheinland-Pfalz seit 18 Jahren. Kein deutscher Ministerpräsident ist länger im Amt als er. Er füllte sein Amt immer sehr volkstümlich aus. "Nah bei de Leut" war sein Motto. Als 2008 nach zwei Jahren Amtszeit am damaligen Bundeschef Beck vorbei Frank-Walter Steinmeier SPD-Kanzlerkandidat wurde, hatte Beck enttäuscht seinen Rücktritt von diesem Posten erklärt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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