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Hans-Jürgen Leersch
Weniger an Banken denken

FINANZEN

Wissenschaftler haben die bisherigen Versuche der Banken-Stabilisierung durch schärfere Eigenkapitalvorschriften, wie sie zum Beispiel vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht im Dezember 2010 vorgeschlagen worden waren ("Basel III"), als in die falsche Richtung gehend kritisiert. Man müsse mehr an die Kosten der Steuerzahler und weniger an die Kosten der Banken denken, verlangte Professor Martin Hellwig vom "European Systemic Risk Board" in einer öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses am Mittwoch. Die vom Staat gerettete "Hypo Real Estate" (HRE) hätte wegen ihrer Griechenland-Papiere in die Insolvenz gehen können. Die vorgeschriebene Risikogewichtung dieser Griechenland-Papiere habe jedoch null betragen. Angesichts der wachsenden Kosten, die der deutsche Steuerzahler für die Banken aufzubringen habe, müsse geprüft werden, was gebraucht werde, um das System sicherer zu machen. Professor Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sprach von einer "Illusion der Sicherheit". Er befürwortete einfache Regeln, mit denen Sicherheit in einer unsicheren Welt geschaffen werden könne. Beide Wissenschatler hatten sich zu dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf eines CRD IV-Umsetzungsgesetzes (17/10974) geäußert, mit dem ein höheres Eigenkapital der Banken angestrebt wird.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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