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VOR 55 JAHREN ...
Benjamin Stahl
Volksvertreter für Europa

19. März 1958: Europaparlament tritt erstmals zusammen

Zu bürokratisch, zu teuer, zu weit weg. Die Distanz zwischen den Europäern und den Institutionen der Europäischen Union ist groß. Das gilt auch für das Europäische Parlament. Gerade einmal 43 Prozent der Wahlberechtigten zwischen Skandinavien und Sizilien, zwischen Lissabon und Bukarest nahmen bei der jüngsten Europawahl 2009 teil. Das Straßburger Gremium scheint für die, die es eigentlich vertreten soll - die rund 500 Millionen Bürger der 27 EU-Mitgliedstaaten - keine große Rolle zu spielen. Dabei feiert das Europaparlament in diesen Tagen bereits seinen 55. Geburtstag.

Am 19. März 1958 kamen 142 Abgeordnete aus sechs Staaten zur konstituierenden Sitzung der damals sogenannten Versammlung der Europäischen Gemeinschaften in Straßburg zusammen, die sich schon zwei Tage später in Europäisches Parlament umbenennen sollte. Allerdings nur in deutscher und niederländischer Sprache: Für die anderen Sprachen, damals zunächst Französisch und Italienisch, wurde der Name erst 1962 beschlossen. Seine rechtliche Grundlage wurde ein Jahr zuvor in den Römischen Verträgen und dem "Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften" gelegt. Wurden die ersten Europaparlamentarier noch von den Nationalparlamenten entsandt, werden sie seit 1979 per Direktwahl gewählt. Ein weiterer Meilenstein für das Europaparlament war der Vertrag von Lissabon, der ihm deutlich mehr Zuständigkeiten unter anderem in Haushaltsfragen zusprach.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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