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Helmut Stoltenberg
Grüne: Afghanen aufnehmen

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Die Bundesregierung soll nach dem Willen der Grünen-Fraktion allen afghanischen Ortskräften, die in ihrem Heimatland für die Bundeswehr gearbeitet haben, und ihren engen Familienangehörigen eine Aufnahme in Deutschland anbieten. Zudem solle die Regierung vergleichbare Regelungen für Ortskräfte finden, "die besonders gefährdet sind" und für das Auswärtige Amt oder staatliche Organisationen der Bundesrepublik oder im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit für Deutschland tätig waren, fordert die Fraktion in einem Antrag (17/13729), mit dem sich der Bundestag am Freitag erstmals befasste. Danach soll gegebenenfalls auch den engen Angehörigen dieser Kräfte eine Aufnahme in Deutschland angeboten werden.

Laut Vorlage arbeiten derzeit etwa 1.500 Ortskräfte mit den deutschen Soldaten zusammen. Wie es mit ihnen nach einem Abzug der Bundeswehr weitergeht, sei unklar. Viele befürchteten Repressalien, vor allem durch die Taliban. Auch Ortskräfte, die mit anderen deutschen Organisationen zusammenarbeiten, könnten besonders gefährdet sein. Ihnen gegenüber bestehe ebenfalls "eine moralische Verpflichtung, sie vor Verfolgung zu schützen, die ihnen durch ihre vergangene berufliche Tätigkeit droht".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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