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Götz Hausding
Wichtiger Stimmungstest

LANDTAGSWAHL IN BAYERN CSU in Umfragen klar vorne

Eine Woche vor der Bundestagswahl sind am kommenden Sonntag in Bayern rund 9,3 Millionen Bürger aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Die Abstimmung im Süden der Republik ist nicht nur ein wichtiger Stimmungstest für die anschließende Bundestagswahl am 22. September, sondern auch eine mit Spannung erwartete Richtungsentscheidung im Freistaat. Mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und seinem Herausforderer, dem langjährigen Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), gehen zwei ebenso prominente wie populäre Kandidaten ins Rennen um den Posten des Regierungschefs.

Im aktuellen "Bayerntrend" der ARD liegt die CSU mit 47 Prozent klar vorne und könnte die absolute Mehrheit der Mandate holen. Ihr jetziger Bündnispartner, die FDP, muss hingegen um den Wiedereinzug in das Maximilianeum bangen, liegt sie doch in der Umfrage nur bei drei Prozent. Die SPD kommt auf 21 Prozent, die Grünen auf elf und die Freien Wähler, mit denen SPD und Grüne eine Mehrheit anstreben, auf sieben Prozent der Stimmen. Linke (drei Prozent) und Piraten scheinen ebenso wie die rechten Gruppierungen keine Chancen auf einen Einzug in das Parlament zu haben. Viele Wähler wissen aber noch nicht, wem sie ihre Stimme geben sollen. Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten würden sich laut "Bayerntrend" 51 Prozent für Seehofer und 35 Prozent für Ude entscheiden.

Jeder Wähler hat zwei Stimmen

Im Bayerischen Landtag sind derzeit fünf Fraktionen und 187 Abgeordnete vertreten, neben CSU (92 Sitze), SPD (39) und FDP (15) auch die Freien Wähler (21) und die Grünen (19). Sieben Sitze resultieren aus vier Überhang- und drei Ausgleichsmandaten. Die frühere CSU-Landrätin Gabriele Pauli sitzt fraktionslos im Parlament.

Mit jeweils zwei Stimmen entscheiden die Wähler über die Zusammensetzung des 17. Bayerischen Landtags in den nächsten fünf Jahren. Mit der Erststimme wird ein Stimmkreiskandidat direkt gewählt. Die Parteien stellen dazu einen Kandidaten für jeden der 90 Stimmkreise auf. Wer die meisten Stimmen im Kreis erhält, zieht in den Landtag ein, wobei die Partei des Gewinners landesweit die Fünf-Prozent-Hürde überwinden muss. Mit der Zweitstimme werden Wahlkreiskandidaten auf einer von den Parteien gebildeten offenen Liste gewählt. Über die sieben Wahlkreise, die den Regierungsbezirken entsprechen, werden ebenfalls 90 Mandate vergeben, insgesamt also 180.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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