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Helmut Stoltenberg
Frauen sind klar in der Mehrheit

WÄHLER Von 61,8 Millionen Wahlberechtigten dürfen etwa drei Millionen erstmals abstimmen

Es hat mit der Person der Bundeskanzlerin nichts zu tun, dass die Entscheidung über den Ausgang der Bundestagswahl in weiblicher Hand liegt, sondern mit dem seit bald 95 Jahren in Deutschland geltenden Frauenwahlrecht. Die Frauen stellen nämlich am 22. September mit 31,8 Millionen klar die Mehrheit der Wahlberechtigten - von den Männern dürfen lediglich 30 Millionen in die Wahlkabine. Das sind immerhin 1,8 Millionen mehr Frauen als Männer, was etwa der Bevölkerung Hamburgs entspricht.

Weniger als 2009

Insgesamt sind nach Schätzung des Statistischen Bundesamts im Bundesgebiet etwa 61,8 Millionen Deutsche wahlberechtigt und damit etwas weniger als bei der Wahl 2009, bei der 62,2 Millionen Menschen ihre Stimme abgeben konnten. Bei etwa drei Millionen der in diesem Jahr Wahlberechtigten handelt es sich um Erstwähler, die in der Zeit vom 28. September 1991 bis zum 22. September 1995 geboren wurden.

Dabei stellen die 2,2 Millionen Jungwähler im Alter von 18 bis 20 Jahren 3,6 Prozent aller Wahlberechtigten. Zwischen 21 und 29 Jahre sind 7,7 Millionen Wahlberechtigte und damit 12,5 Prozent. Im Alter von 30 bis 39 Jahren sind 8,2 Millionen oder 13,2 Prozent. 18,3 Prozent gehören zu den 11,3 Millionen Wahlberechtigten der Altersgruppe von 40 bis 49 Jahren; etwas größer noch ist die Gruppe der 11,5 Millionen Wahlberechtigen im Alter von 50- bis 59 Jahren mit 18,7 Prozent. Während die 8,4 Millionen 60- bis 69-Jährigen 13,6 Prozent der Wahlberechtigten stellen, gehört jeder fünfte (20,1 Prozent) zu den Wahlberechtigten im Alter von 70 Jahren und mehr.

Rund 5,8 Millionen Wahlberechtigte und damit gut neun Prozent haben einen Migrationshintergrund. Auch bei ihnen stellen die Frauen die Mehrheit: Fast drei Millionen weiblichen Wahlberechtigten (51,2 Prozent) stehen hier knapp 2,9 Millionen Männer (48,8 Prozent) gegenüber. Darunter sind etwa 286.000 Männer und 248.000 Frauen, die seit der letzten Bundestagswahl volljährig geworden sind und nun erstmals ihre Stimme bei einer solchen Wahl abgeben können. Die Zahlen ergeben sich laut Bundeswahlleiter aus den Daten des Mikrozensus 2012.

Die meisten Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund, nämlich 1,6 Millionen, leben in Nordrhein-Westfalen; auf dem zweiten Platz folgt Baden-Württemberg mit gut einer Million. In den fünf neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen leben demgegenüber insgesamt lediglich 190.000 wahlberechtigte Deutsche mit Migrationshintergrund.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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