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Helmut Stoltenberg
Saarlands Senioren an der Spitze

WAHLBETEILIGUNG Ein Blick in die "repräsentative Wahlstatistik" zum Urnengang 2009

Dass die Zahl älterer Menschen in Deutschland immer mehr zunimmt und ihre Belange entsprechend an Bedeutung gewinnen, ist nicht neu. Bei der Bundestagswahl am Sonntag dürften ihre Stimmen aber erfahrungsgemäß noch stärker ins Gewicht fallen, als ihrem Bevölkerungsanteil entspricht - einfach, weil die meisten von ihnen auch tatsächlich abstimmen, und zwar im Westen noch mehr als im Osten. Wie stark die Wahlbeteiligung sowohl regional als auch nach Altersgruppen schwankt, zeigt die vom Bundeswahlleiter vorgelegte "Repräsentative Wahlstatistik zur Bundestagswahl 2009".

Niedrigste Beteiligung

Damals war gut die Hälfte der 62,2 Millionen Wahlberechtigten im Alter von 30 bis 59 Jahren; die Senioren ab 60 Jahren stellten mit 20,4 Millionen Wahlberechtigten etwa doppelt so viele wie die Jüngeren unter 30 Jahren mit 10,2 Millionen. Mit 70,8 Prozent war die Wahlbeteiligung so gering wie bei keiner vorherigen Bundestagswahl. Und wie bei früheren Wahlen gaben die Jüngeren deutlich seltener ihre Stimme ab als die Älteren. "Dadurch wird das Einflusspotenzial der jungen Wahlberechtigten gegenüber den älteren Wählern überproportional geschwächt", beschreibt der Bundeswahlleiter die Folgen.

Bei den 21- bis 24-Jährigen betrug die Wahlbeteiligung 2009 ganze 59,1 Prozent. Mit wachsendem Alter stieg sie kontinuierlich an bis zur Gruppe der 60- bis 69-Jährigen, von der 80 Prozent ihre Stimme abgaben - eine Differenz von gut 20 Prozentpunkten.

Zugleich lag die Wahlbeteiligung der 21- bis 24-Jährigen in den neuen Ländern und dem Ostteil Berlins mit 52,9 Prozent fast acht Punkte unter den 60,7 Prozent ihrer Altersgenossen im restlichen Bundesgebiet, ebenso wie bei den 60- bis 69-Jährigen mit 73,8 Prozent zu 81,6 Prozent. Unterscheidet man noch nach Geschlecht und Bundesland, kamen 2009 die 25- bis 29-jährigen Männer in Mecklenburg-Vorpommern mit 45,9 Prozent auf die niedrigste Wahlbeteiligung, die 60- bis 69 Jahre alten Männer im Saarland dagegen mit 84,9 Prozent auf die höchste.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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